Lörrachs vergessene Schuld: Fotos zeigen, wie Bürger die Deportation Juden 1940 ignorierten
Lörrachs vergessene Schuld: Fotos zeigen, wie Bürger die Deportation Juden 1940 ignorierten
Neue Ausstellung in Lörrach zeigt erschütternde Fotos der Deportation jüdischer Bürger 1940
Eine Ausstellung in Lörrach präsentiert bedrückende Fotografien der Deportation der jüdischen Gemeinde der Stadt im Jahr 1940. Die Aufnahmen, die nun Teil von Alina Bothes Projekt "Letzte Spuren" sind, offenbaren ein beunruhigendes Muster: Später wurden Zuschauer und Täter aus den Bildern herausretuschiert – ihre Mittäterschaft damit getilgt. Jahrzehnte später besteht nach wie vor Widerstand, die lokale Verstrickung in NS-Verbrechen anzuerkennen.
Die Fotografien zeigen jüdische Männer und Frauen, bewacht von Sicherheitspolizisten, als sie aus Lörrach verschleppt wurden. Später entfernte man die Gesichter der Umstehenden, um die Anwesenheit derer zu verschleiern, die die Deportationen beobachteten oder sogar ermöglichten. Diese gezielte Auslöschung spiegelt eine tiefere Weigerung in der deutschen Gesellschaft wider, sich mit der Rolle gewöhnlicher Bürger in den NS-Grausamkeiten auseinanderzusetzen.
Alina Bothes Projekt "Letzte Spuren" hat ähnliche Bilder aus 70 deutschen Städten zusammengetragen, die Deportationen zwischen 1941 und 1943 dokumentieren. Während viele der jüdischen Opfer identifiziert werden konnten, lebt heute keines der Kinder oder Jugendlichen auf den Fotos mehr. Die letzte bekannte Überlebende, Margot Friedländer, 1921 geboren, starb 2023.
Das Trauma des Holocaust reicht weit über diejenigen hinaus, die ihn selbst erlebten. Nachkommen tragen oft eine unausgesprochene Last – sie spüren den Schmerz ihrer Eltern, ohne dessen Ursprung ganz zu begreifen. Der Medizinhistoriker Christian Pross beschrieb, wie Überlebende in den 1950er-Jahren erniedrigende Untersuchungen ihrer Verletzungen über sich ergehen lassen mussten – manchmal durchgeführt von ehemaligen Nazis –, während Ärzte ihr psychisches Leid als bloße Schwäche abtaten.
Eine aktuelle Konferenz der Organisation Amcha beleuchtete die Behandlung von Überlebenden nach der Befreiung. Viele litten unter anhaltenden Traumata, verschärft durch mangelnde Anerkennung und Unterstützung. Für manche wurde die Existenz Israels zu einer lebenswichtigen Quelle von Sinn, Sicherheit und Gerechtigkeit – Dingen, die ihnen lange verwehrt geblieben waren.
Sowohl Elke Gryglewski als auch Bothe sind in ihrer Arbeit zur Bewahrung dieser Geschichte auf Feindseligkeit gestoßen. Ihre Bemühungen stellen eine Gesellschaft infrage, die sich noch immer scheut, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten – in der die Mittäterschaft der Einheimischen für viele Familien ein unausgesprochenes Geheimnis bleibt.
Die Ausstellung in Lörrach ist eine schonungslose Mahnung: Die Verbrechen waren nicht allein staatlich gesteuert, sondern wurden von gewöhnlichen Menschen ermöglicht. Da aus Bothes Fotosammlung keine Überlebenden mehr am Leben sind, liegt die Verantwortung, sich zu erinnern und die lokale Verstrickung anzuerkennen, nun bei den nachkommenden Generationen. Die getilgten Figuren auf diesen Bildern werfen eine Frage auf, die bis heute unbeantwortet bleibt: Hat Deutschland seine eigene Geschichte wirklich umfassend aufgearbeitet?
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