Historische Landtagswahl 2026: Baden-Württemberg senkt Wahlalter und führt Zweistimmensystem ein
Historische Landtagswahl 2026: Baden-Württemberg senkt Wahlalter und führt Zweistimmensystem ein
Baden-Württemberg bereitet sich auf historische Landtagswahl am 8. März 2026 vor – mit weitreichenden Änderungen des Wahlrechts
Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes dürfen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Dadurch erweitert sich das Wählerpotenzial um rund 650.000 Erstwählerinnen und Erstwähler. Die Reform geht einher mit der Einführung eines Zweistimmensystems, das die Wahlpraxis im Südwesten an die bundesweiten Standards angleicht.
Bisher basierte das Wahlsystem in Baden-Württemberg auf einer einzigen Stimme, während die Sitzverteilung nach einem komplexen Berechnungsverfahren erfolgte. Dies führte häufig zu Überhang- und Ausgleichsmandaten, wodurch sich die Zahl der Abgeordneten von ursprünglich 120 auf bis zu 154 erhöhte. In einigen Wahlkreisen ergab sich dadurch eine ungleiche Vertretung.
Das neue Gesetz ersetzt dieses Modell durch ein Zweistimmensystem, das die Sitzzuteilung vereinfachen soll. Expertinnen und Experten gehen jedoch davon aus, dass der nächste Landtag noch größer ausfallen könnte – Schätzungen reichen von 180 bis 220 Mandate. Eine weitere Neuerung erlaubt die Nominierung einer Hauptkandidatin oder eines Hauptkandidaten sowie einer Ersatzperson, wobei diese Option voraussichtlich nur selten genutzt werden wird.
Mit Rekordzahlen gehen 1.184 Bewerberinnen und Bewerber ins Rennen, darunter sind etwa ein Drittel Frauen. Zu den jüngsten Kandidatinnen zählen zwei 18-Jährige, die für die Linke antreten. Die Wahlbeteiligung lag bei der letzten Landtagswahl bei nur 63,8 Prozent – mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten blieb der Urne fern.
Durch die Reformen steigt die Zahl der Wahlberechtigten auf etwa 7,7 Millionen – die größte Wählerschaft in der Geschichte des Landes. Das Zweistimmensystem soll den Wahlvorgang transparenter gestalten, während die Absenkung des Wahlalters jüngeren Bürgerinnen und Bürgern mehr Mitspracherecht einräumt. Wie sich die Änderungen auf die Wahlbeteiligung und die endgültige Größe des Parlaments auswirken, bleibt abzuwarten.
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