Mitternachtshochzeit in Tübingen entfacht Debatte über Standesamt-Regeln
Palmer wehrt Kritik nach Özdemirs Mitternachtshochzeit ab - Mitternachtshochzeit in Tübingen entfacht Debatte über Standesamt-Regeln
Mitternachtshochzeit im Tübinger Marktplatz löst Debatte über Standesamt-Regeln aus
Eine Trauung um Mitternacht im Tübinger Marktplatz hat eine Diskussion über die Vorschriften für standesamtliche Eheschließungen entfacht. Bürgermeister Boris Palmer leitete die nächtliche Zeremonie für Cem Özdemir und Flavia Zaka, was sowohl Bewunderung als auch Kritik auslöste. Bisher gibt es in der Stadt keine festen Regelungen zu Trauungszeiten – doch die Beschwerden könnten das bald ändern.
Die Feier fand am historischen Marktplatz am Samstag, den 14. Februar 2026, statt. Palmer öffnete das Gebäude als persönliche Gefälligkeit und ermöglichte dem Paar so eine Hochzeit am Valentinstag – ohne zusätzliche Gebühren oder Überstundenvergütung. Normalerweise finden Trauungen hier nur an festgelegten Samstagen zu vorgegebenen Zeiten statt, wobei eine Zusatzgebühr von 40 Euro anfällt.
Tübingen bietet mehrere Trauungsorte an, darunter das alte Rathaus und das Schloss Bebenhausen, doch die Kapazitäten sind begrenzt. Für 2026 ist nur noch ein Termin verfügbar: der 12. Dezember im Marktplatz. Paare müssen nicht in Tübingen wohnen, um dort zu heiraten, müssen die Eheschließung aber zuvor lokal anmelden.
Nach der nächtlichen Zeremonie beschwerten sich mehrere Anwohner über den Zeitpunkt und fragten, ob Steuergelder versteckte Kosten deckten. Palmer, der keiner Partei angehört, befürchtet nun, dass der öffentliche Widerstand zu strengeren Regelungen für Trauungszeiten führen könnte. Eine offizielle Prüfung von nächtlichen Hochzeiten steht jedoch noch aus.
Die Mitternachtshochzeit hat eine Lücke in den Tübinger Standesamt-Richtlinien offenbart. Mit nur einem freien Termin im Jahr 2026 und bisher keinen zeitlichen Beschränkungen könnte Palmers Entscheidung neue Vorschriften nach sich ziehen. Noch können Paare Trauungen außerhalb der regulären Zeiten buchen – doch das könnte sich bald ändern.
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