Jan van Aken setzt im Wahlkampf auf Gebärdensprache und sieben Sprachen – doch überzeugt das?
Jan van Aken setzt im Wahlkampf auf Gebärdensprache und sieben Sprachen – doch überzeugt das?
Jan van Aken, der Kandidat der Linken für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, setzte in der heißen Phase des Wahlkampfs auf eine ungewöhnliche Strategie: Nur drei Tage vor der Abstimmung übermittelte er eine Botschaft in Gebärdensprache – unterstützt von einer Dolmetscherin. Bereits zuvor hatte sein Team Reden auf Italienisch, Türkisch, Griechisch, Arabisch und Bosnisch veröffentlicht – eine Idee, die von den mehrsprachigen Wahlkampfaktionen des New Yorker Stadtrats Zohran Mamdani inspiriert war.
Im Mittelpunkt von van Akens Kampagne standen zentrale Themen wie steigende Mieten, prekäre Arbeitsverhältnisse und die Forderung nach höheren Löhnen. Seine Videos sollten diverse Gemeinschaften erreichen, doch nicht alle zeigten sich überzeugt. Der Politikberater Özgür Özvatan kritisierte Aussprachefehler und einen "bevormundenden" Unterton. Stattdessen hätte es seiner Meinung nach mehr Wirkung gehabt, wenn van Aken – ähnlich wie bei seiner Gebärdensprachdolmetscherin – an der Seite von Muttersprachlern aufgetreten wäre.
Auch andere Parteien experimentierten mit mehrsprachigen Wahlkampfstrategien. Die rechtspopulistische AfD warb etwa in Fremdsprachen um Wähler. Cem Özdemir von den Grünen, der selbst Migrationshintergrund hat, kandidiert zwar für das Amt des Ministerpräsidenten, setzte in seinem Wahlkampf aber nicht auf seine Herkunftssprache.
Ob van Akens Ansatz bei den angestrebten Zielgruppen ankam, bleibt unklar. Weder aus der Landespartei der Linken noch von Migrationsaktivisten gab es bisher Rückmeldungen, ob die angesprochenen Communities auf seine Initiative reagierten.
In seiner letzten Wahlkampfbotschaft rief van Aken die Wähler dazu auf, die Linke zu unterstützen. Sein Einsatz von Gebärdensprache und mehreren gesprochenen Sprachen setzte ein deutliches Zeichen – doch ob die Strategie Wirkung zeigt, wird sich erst nach der Auszählung der Stimmen erweisen.
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