CDU stoppt UNRWA-Zahlungen und fordert radikale Neuausrichtung der Palästina-Hilfe
CDU stoppt UNRWA-Zahlungen und fordert radikale Neuausrichtung der Palästina-Hilfe
Die Christlich Demokratische Union (CDU) hat beschlossen, alle Zahlungen an das Palästinensische Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) einzustellen. Der Beschluss fiel während eines Bundesparteitags in Stuttgart, bei dem die Delegierten einstimmig eine Resolution verabschiedeten, in der der Organisation Verbindungen zum Terrorismus vorgeworfen werden. Die Entscheidung markiert einen deutlichen Kurswechsel in der deutschen Politik, da Deutschland seit langem zu den größten finanziellen Unterstützern des UNRWA zählt.
In der Resolution fordert die CDU den sofortigen Stopp der deutschen und europäischen Finanzhilfen für das Hilfswerk. Die Parteimitglieder argumentieren, das Mandat der Organisation sei fehlerhaft und diese habe sich mit terroristischen Gruppen verstrickt. Stattdessen schlägt die CDU vor, humanitäre Hilfe künftig über andere UN-Einrichtungen und Programme umzuleiten.
Gleichzeitig verlangt die Partei strengere Auflagen für die finanzielle Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Zahlungen sollen demnach eingefroren werden, bis die Behörde bestimmte Bedingungen erfüllt – welche das genau sein sollen, bleibt in der Resolution jedoch offen. Zudem forderte die CDU die Bundesregierung und die Europäische Kommission auf, sicherzustellen, dass künftige Hilfsleistungen in den palästinensischen Gebieten demokratischen, verfassungsmäßigen und gewaltfreien Prinzipien entsprechen und die friedliche Koexistenz mit Israel fördern.
Die Resolution wurde nach einer kurzen Debatte ohne Gegenstimmen angenommen. Olga Deutsch, Vizepräsidentin der NGO NGO Monitor, lobte den Beschluss als "entscheidenden Schritt" gegen die angebliche Verstrickung des UNRWA in Terror und Hetze. Auch Israels Außenminister Gideon Sa'ar begrüßte die Entscheidung und nannte sie einen "Akt moralischer Klarheit". Kritiker warnen jedoch, dass ein abruptes Streichen der UNRWA-Mittel die humanitäre Krise im Gazastreifen weiter verschärfen könnte.
Bisher hat die Bundesregierung nicht auf die Forderungen der CDU reagiert. Unklar ist, ob Berlin die UNRWA-Finanzierung tatsächlich aussetzt oder alternative Hilfsmaßnahmen noch vor dem von der CDU gesetzten Stichtag im Februar 2025 einleitet.
Die Haltung der CDU stellt einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Rolle Deutschlands als einer der Hauptgeldgeber des UNRWA dar. Sollte die neue Linie umgesetzt werden, würde sie die Vergabe deutscher und europäischer Hilfsgelder an palästinensische Flüchtlinge grundlegend verändern. Die Auswirkungen auf die humanitäre Lage in Gaza sowie auf die diplomatischen Beziehungen zu Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde bleiben abzuwarten.
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