Landtagswahl 2026: Baden-Württemberg steht vor ungewisser Koalitionszukunft
Abraham HermighausenCDU-Chef Hagel sieht Alternativen zu den Grünen - Landtagswahl 2026: Baden-Württemberg steht vor ungewisser Koalitionszukunft
Die politische Landschaft in Baden-Württemberg hat sich vor der Landtagswahl 2026 dramatisch verändert. Aktuelle Umfragen und Prognosen deuten auf erhebliche Verschiebungen hin: Die Grünen führen zwar weiterhin, verlieren aber an Zustimmung, während die CDU an Stärke gewinnt. Bereits jetzt zeichnen sich Koalitionsgespräche ab, wobei der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel Offenheit für neue Bündnisse signalisiert.
Die Ergebnisse der Wahl 2021 zeigten noch ein ganz anderes Bild als die heutigen Prognosen. Damals erreichten die Grünen 32,6 Prozent der Stimmen, die CDU lag bei 24,1 Prozent. Doch bis Oktober 2026 sind die Grünen in den Umfragen auf 20 Prozent abgerutscht, während die CDU mit 29 Prozent fast gleichauf liegt. Die AfD legte deutlich zu und kommt auf 21 Prozent, die SPD liegt bei nur noch 10 Prozent. Die FDP bewegt sich gefährlich nah an der Fünf-Prozent-Hürde und riskiert damit den Einzug in den Landtag.
Die endgültigen Ergebnisse von 2026 bestätigten einige dieser Trends. Die Grünen blieben mit 30,2 Prozent (56 Sitze) stärkste Kraft, verloren jedoch 2,4 Punkte im Vergleich zu 2021. Die CDU zog mit ebenfalls 56 Sitzen gleich und legte 5,6 Punkte auf 29,7 Prozent zu. Die AfD verzeichnete den größten Zuwachs und stieg um 9,1 Punkte auf 18,8 Prozent (35 Sitze). Die SPD erreichte mit 5,5 Prozent (10 Sitze) ein historisches Tief, schaffte aber knapp den Einzug ins Parlament. FDP und Die Linke scheiterten mit jeweils 4,4 Prozent an der Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 Prozent, der Landtag wuchs auf 157 Sitze an.
Mit diesem Ergebnis haben sich die Koalitionsoptionen verringert. Die einzige mehrheitsfähige Konstellation ohne die AfD wäre eine erneute Zusammenarbeit von Grünen und CDU, die gemeinsam 112 der 157 Sitze halten würden. Cem Özdemir führte die Grünen zwar am 8. März 2026 zum Sieg, doch die geschwächte Position der Partei erschwert die Verhandlungen.
Manuel Hagel hat deutlich gemacht, dass die CDU andere Präferenzen hat. Er betonte, dass er – falls Alternativen bestünden – ein Bündnis ohne die Grünen anstreben würde. Eine mögliche Option wäre eine CDU-SPD-FDP-"Ampelkoalition". Selbst wenn die FDP den Einzug ins Parlament schafft, würde diese Kombination jedoch keine Mehrheit erreichen. Hagel unterstrich, dass Vertrauen zwischen den Partnern in jeder neuen Regierung entscheidend sein werde.
Die Wahl hinterlässt Baden-Württemberg mit begrenzten Regierungsoptionen. Eine Koalition aus Grünen und CDU bleibt die einzige mehrheitsfähige Variante ohne Beteiligung der AfD – trotz der Bemühungen beider Parteien, andere Wege zu erkunden. Die geschwächte Position der SPD und die ungewisse Zukunft der FDP schränken die Möglichkeiten für eine stabile Regierung zusätzlich ein.






