Brandenburg feiert den Start der Karnevalssaison mit Schlüsselübergaben und bunten Umzügen
Marliese MülichenRathäuser gestürmt - Karneval in Brandenburg beginnt - Brandenburg feiert den Start der Karnevalssaison mit Schlüsselübergaben und bunten Umzügen
Karnevalssaison in Brandenburg offiziell eröffnet – mit bunten Feiern in der gesamten Region
Die Karnevalssaison in Brandenburg hat mit lebhaften Feiern in der ganzen Region offiziell begonnen. In Potsdam übergab die neu gewählte Oberbürgermeisterin Noosha Aubel symbolisch die Schlüssel zum Rathaus an die Jecken und läutete damit die Festlichkeiten ein. Auch Cottbus beteiligte sich an den Feierlichkeiten, auch wenn das nasskalte Wetter einige Open-Air-Veranstaltungen unterbrach.
An den Festen beteiligten sich lokale Karnevalsvereine, darunter der Lindenpark-Karnevalsclub, der Potsdamer Karnevalsclub sowie das "Narrenschiff" des Faschings-, Karnevals- und Geselligkeitsvereins. Rund 150 Menschen versammelten sich vor dem Babelsberger Rathaus, da der übliche Veranstaltungsort in Potsdam noch saniert wird.
Die Karnevalstraditionen in Brandenburg unterscheiden sich deutlich von denen im Rheinland oder in Süddeutschland. Während in Köln die Aufzeichnungen über maskierte Umzüge bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, haben sich die Feiern in Brandenburg erst später und in kleinerem Rahmen entwickelt. Hier gibt es keine langjährigen Bräuche wie den Tanz der Funkenmariechen oder die Narrenumzüge. Stattdessen spiegeln moderne Veranstaltungen wie der Werderaner Straßenumzug 2026 das wachsende Engagement der Region wider.
Fred Witschel, Präsident des Berliner-Brandenburgischen Karnevalsverbands, beschrieb die Feiern als eine Mischung aus regionaler Identität, Integration und Nachhaltigkeit. Er betonte, dass Karneval Momente der Freude und Leichtigkeit schaffen solle – ein Fest, das Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zusammenbringt. In den letzten Jahren hat die Karnevalsgemeinschaft zudem Themen wie kulturelle Aneignung, Inklusion und respektvolle Teilhabe diskutiert.
In Cottbus übergab Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) trotz wiederholter Regenschauer die Rathausschlüssel an das Prinzenpaar der Stadt. Die symbolische Geste entsprach dem Potsdamer Vorbild und unterstrich den gemeinsamen Geist der Saison. Gleichzeitig läuft eine Initiative, die ostdeutschen Karnevalstraditionen als immaterielles Kulturerbe offiziell anerkennen zu lassen. Das Vorhaben soll zeigen, wie diese Feiern zur kulturellen Vielfalt und zum sozialen Zusammenhalt beitragen.
Die Karnevalssaison in Brandenburg ist nun in vollem Gange. Mit symbolischen Schlüsselübergaben in Potsdam und Cottbus wurden die Festlichkeiten eingeläutet, während die Debatten über die Anerkennung als Kulturerbe weitergehen. Die Veranstaltungen lenken den Blick auf den besonderen Ansatz der Region – eine moderne Begeisterung für den Karneval, die Gemeinschaft und Inklusion in den Mittelpunkt stellt.






