23 March 2026, 18:11

Wölfe im Visier: Wie neue Jagdgesetze Deutschlands Wildtierpolitik verändern

Gruppe von Bibern in einem waldigen Gebiet mit B├Ąumen, Gras und Wasser, Text unten.

Özdemir und Hagel streiten über Wolf und Biber - Wölfe im Visier: Wie neue Jagdgesetze Deutschlands Wildtierpolitik verändern

Die wachsende Wolfspopulation in Deutschland ist zu einem zentralen Thema im Wildtiermanagement geworden, nachdem Bund und Länder die Jagdregeln gelockert haben. Der Bundestag stimmte im März 2026 dafür, Wölfe in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen, um die Entnahme von Problemwölfen zu beschleunigen. Unterdessen haben sich die politischen Debatten über die Wildtierpolitik verschärft, wobei die Landesregierungen uneins sind, wie die zunehmenden Konflikte am besten zu lösen sind.

Der Druck auf eine strengere Regulierung der Wolfspopulation begann Ende 2025, als sich alle 16 Bundesländer einstimmig dafür aussprachen, Wölfe in die Jagdverordnungen aufzunehmen. Diese Entscheidung, die auf der Umweltministerkonferenz im November getroffen wurde, ebnete den Weg für schnellere Maßnahmen gegen Wölfe, die Schäden verursachen. Das Bundesgesetz, das am 5. März 2026 von einer CDU/CSU-SPD-Koalition verabschiedet wurde, soll das Verfahren zur Entnahme von Problemwölfen vor der Weidesaison 2026/27 vereinfachen.

Bayern und Brandenburg handelten zügig und passten ihre Landesjagdgesetze am 19. bzw. 18. März an. Beide Länder nahmen Wölfe in ihre Jagdregelungen auf, behielten jedoch ganzjährige Schutzfristen bei. In Baden-Württemberg nahm die Debatte während einer Wahlkampfveranstaltung eine schärfere Wendung. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir zeigte sich bereit, die Jagdgesetze im Falle seiner Wahl zum Ministerpräsidenten weiter zu diskutieren. Gleichzeitig verwies er auf seine früheren Bemühungen in Brüssel, den Schutzstatus des Wolfs zu reduzieren.

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Der CDU-Politiker und Jäger Manuel Hagel vertrat eine deutlich härtere Position. Er argumentierte, dass das Wildtiermanagement nicht warten könne, und betonte, dass das Thema dringend sei und noch vor der Wahl angegangen werden müsse. Hagel forderte rechtliche Änderungen, um die Bejagung von Wölfen, Bibern und Saatkrähen zu ermöglichen, falls diese Schäden anrichteten. Zudem kündigte er an, das Agrarministerium habe bereits den Auftrag erhalten, einen Gesetzesentwurf für den Landtag auszuarbeiten. Der Wortwechsel zwischen Hagel und Özdemir wurde hitzig und unterstrich die tiefen Gräben zwischen Naturschutz- und Agrarinteressen.

Die neuen Bundes- und Landesgesetze markieren einen deutlichen Wandel in Deutschlands Umgang mit der Wolfspopulation. Mit den beschleunigten Entnahmeverfahren werden Landwirte und Naturschützer genau beobachten, wie die Regelungen umgesetzt werden. Die politischen Meinungsverschiedenheiten deuten jedoch darauf hin, dass die Debatten über die Wildtierpolitik auch nach der Wahl weitergehen werden.

Quelle