Göttin und Internet-Star - Warum faszinieren uns Katzen so? - Wie Katzen die Kulturgeschichte von Ägypten bis TikTok prägten
Eine große neue Ausstellung in Hamburg rückt Katzen in den Fokus."Katzen!" im Museum am Rothenbaum (MARKK) zeigt, wie diese Tiere seit Jahrtausenden die menschliche Kultur geprägt haben. Von der Eröffnung am 14. Oktober 2022 bis zum 29. November 2026 beleuchtet die Schau alles – von uralter Symbolik bis zum modernen Internetkult.
Katzen wurden im Laufe der Geschichte höchst unterschiedlich wahrgenommen. Im minoischen Kreta (etwa 1850–1600 v. Chr.) zierten sie als verspieltes Motiv Artefakte wie die Scheibe von Phaistos, oft dargestellt neben Schiffen, Fischen und Vögeln. Im alten Ägypten verehrte man später die Katzengöttin Bastet, die als Beschützerin der Mütter galt. Doch im frühneuzeitlichen Europa galten schwarze Katzen plötzlich als teuflische Begleiterinnen von Hexen.
Die Ausstellung untersucht auch die Rolle der Katzen als Treiber medialer Innovationen. Von den ersten Katzen-Kurzfilmen des späten 19. Jahrhunderts bis zu heutigen KI-generierten Katzenbildern waren sie stets Vorreiter. Kuratorin Lara Selin Ertener erklärt, dass Katzen seit jeher als Projektionsfläche für menschliche Sehnsüchte und Ängste dienten.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Verbindung von Katzen, Weiblichkeit und Macht in der Kunst. Die Schau präsentiert historische Exponate neben zeitgenössischen Werken und fragt, warum Katzen die digitale Welt dominieren – mit ihrer unwiderstehlichen Niedlichkeit als Motor unzähliger Online-Trends.
Die Ausstellung ist noch bis zum 29. November 2026 zu sehen. Besucher:innen können nachvollziehen, wie sich Katzen von heiligen Symbolen zu viralen Phänomenen entwickelten. Durch Artefakte, Kunst und digitale Kultur offenbart "Katzen!" ihren anhaltenden Einfluss auf die menschliche Gesellschaft.






