Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg: Größerer Landtag, mehr Frauen – doch zu welchem Preis?
Hellmut RudolphWarum der Landtag so groß wie nie zuvor ist - Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg: Größerer Landtag, mehr Frauen – doch zu welchem Preis?
Die jüngste Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg hat den Landtag umgestaltet: Das Parlament ist größer geworden, und der Frauenanteil hat sich leicht erhöht. Die 2021 beschlossenen Änderungen sollten zwar für mehr Gerechtigkeit sorgen, lösten aber auch Bedenken wegen eines wachsenden Parlaments und höherer Kosten aus.
Durch die Einführung eines Zweistimmensystems kam es zu mehr Überhang- und Ausgleichsmandaten. Dadurch umfasst der neue Landtag nun 157 Abgeordnete – 37 mehr als in der vorherigen Legislaturperiode mit 120 Sitzen. Die CDU erhielt 14 Überhangmandate, die Grünen 13, die AfD 8 und die SPD 2.
Kritiker, darunter die FDP, warnten vor einem "Mega-Landtag" mit bis zu 200 Abgeordneten. Ihr Bürgerbegehren gegen die Reform scheiterte, und die endgültige Sitzzahl blieb hinter den schlimmsten Prognosen zurück. Dennoch ist das Parlament größer als zuvor.
Eines der Hauptziele der Reform war es, den Frauenanteil im Landtag zu erhöhen. Bei der Wahl 2026 wurden 53 Frauen und 104 Männer gewählt, wodurch sich der Frauenanteil von rund 33 Prozent im Jahr 2021 auf 33,8 Prozent leicht steigern ließ. Der Anstieg fiel zwar bescheiden aus, entspricht aber den Zielen der Reform.
Der neue Landtag zählt nun 157 Abgeordnete – ein spürbarer Zuwachs gegenüber der ursprünglichen Größe. Zwar gelang es, den Frauenanteil minimal zu erhöhen, doch die Sorgen über ein aufgeblähtes Parlament und höhere Ausgaben bleiben bestehen. Die langfristigen Auswirkungen des Zweistimmensystems werden sich in den kommenden Jahren zeigen.