Vom TV-Störenfried zur Skilegende: Felix Neureuthers unvergesslicher Aufstieg
Marliese MülichenVom TV-Störenfried zur Skilegende: Felix Neureuthers unvergesslicher Aufstieg
Ein frecher Kleinkindstar klaute einst die Show im Live-Fernsehen – und wurde später zur Skilegende. 1986 unterbrach der zweijährige Felix Neureuther während der ZDF-Sendung Pfiff das Interview seiner Mutter, um verkünden, dass er auf die Toilette müsse. Der Moment ging in die Fernsehgeschichte ein, doch Felix sollte noch weit größere Berühmtheit erlangen – als einer der erfolgreichsten alpinen Skirennläufer Deutschlands.
Die Szene spielte sich während einer Live-Ausgabe von Pfiff ab, einer beliebten Jugendsportsendung, die von 1977 bis 1994 lief. Felix' Mutter, Rosi Mittermaier – zweifache Olympische Goldmedaillengewinnerin von 1976 –, befand sich mitten im Interview, als ihr Sohn plötzlich ins Bild lief. Sichtlich verlegen versuchte sie, weiterzusprechen, während Felix lautstark seinen Toilettennotstand ankündigte. Sein Vater, Christian Neureuther – sechsfacher Slalom-Weltcup-Sieger –, griff schnell ein, um die Situation zu retten. Selbst der Olympische Schwimmchampion Michael Groß, der Felix während der Sendung betreute, konnte die Störung nicht verhindern.
Aus dem schelmischen Kind wurde bald ein ernster Spitzenathlet. Felix Neureuther feierte 13 Weltcup-Siege, gewann 2009 und 2011 den Gesamt-Weltcup im Slalom und holte Silber in der gleichen Disziplin bei den Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Nach seinem Karriereende wechselte er als Kommentator zum ARD und gründete seine eigene Marke für Skiausrüstung.
Der Live-TV-Auftritt zählt bis heute zu den unvergesslichsten Momenten der deutschen Sportberichterstattung. Felix Neureuthers Weg vom schalkhaften Kleinkind zum gefeierten Sportler und Unternehmer festigte seinen Platz in der Skigeschichte. Dass seine Eltern beide Olympische Champions waren, verleiht der Geschichte bis heute ihren besonderen Charme.






