21 March 2026, 20:10

Grüne lehnen Kostenübernahme für Homöopathie durch Krankenkassen ab

Blauer Plakat mit der Aufschrift "Gesetz zur Gesundheitsreform: 14,5 Millionen Menschen haben sich für den Schutz angemeldet" mit begleitendem Text und Bildern.

Grüne lehnen Kostenübernahme für Homöopathie durch Krankenkassen ab

Die Grünen haben sich offiziell gegen die Kostenübernahme homöopathischer Behandlungen durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgesprochen. Der Beschluss fiel auf ihrem Bundesparteitag am 28. November 2025 und markiert eine deutliche politische Wende. Damit distanziert sich die Partei klar von ihrer Landeslinie in Baden-Württemberg, wo die integrative Medizin – einschließlich der Homöopathie – weiterhin Unterstützung erfährt.

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Die Abstimmung folgte jahrelangen internen Debatten und könnte Teile der grünen Wählerbasis enttäuschen, die alternativen Therapieformen aufgeschlossen gegenüberstehen. Zudem schafft das Ergebnis Spannungen mit anderen politischen Kräften in Deutschland, die sich für komplementärmedizinische Ansätze einsetzen.

Das Thema war seit 2019 in Diskussion, wobei die Parteiführung zunächst versuchte, eine öffentliche Auseinandersetzung vor den Bundestagswahlen zu vermeiden. Erste Versuche, die Debatte vom Parteitag fernzuhalten, scheiterten jedoch. Der Bundesvorstand schlug daraufhin einen Kompromiss vor: Homöopathie sollte nur über freiwillige Zusatzversicherungen erstattet werden. Die Delegierten lehnten diesen Vorschlag jedoch ab.

Stattdessen nahmen sie einen Antrag des Berliner Kreisverbands Tempelhof-Schöneberg an. Darin heißt es, die Homöopathie verfüge über keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit jenseits eines Placebo-Effekts. Befürworter des Antrags wiesen Kostendebatten zurück und verwiesen darauf, dass auch viele evidenzbasierte Behandlungen nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Die Entscheidung setzt insbesondere Cem Özdemir und die baden-württembergischen Grünen unter Druck, da die Region für ihre starke Homöopathie-Unterstützung bekannt ist. Während der Landesverband dort integrative Medizin fördert, positioniert sich die Bundespartei nun gegen regionale Bündnispartner. Andere deutsche Parteien wie die FDP in Baden-Württemberg, die ÖDP und dieBasis setzen sich weiterhin für die Aufnahme der Homöopathie in das öffentliche Gesundheitssystem ein. Vergleichbare Debatten gibt es bei den großen europäischen Parteien bisher nicht.

Wie die Wähler auf den Kurswechsel reagieren, bleibt abzuwarten. Die Kehrtwende könnte jedoch Anhänger verprellen, die auf homöopathische Behandlungen setzen oder diese befürworten. Die Grünen stehen nun vor der Herausforderung, ihre bundesweite Haltung mit regionalen Präferenzen in Einklang zu bringen – besonders in Hochburgen, in denen alternative Medizin großen Einfluss hat.

Der Bundesparteitag der Grünen hat mit dem Beschluss eine klare Position gegen die öffentliche Finanzierung der Homöopathie bezogen. Damit bricht die Partei nicht nur mit ihrer eigenen Landespolitik, sondern grenzt sich auch von anderen deutschen Kräften ab, die komplementärmedizinische Ansätze vorantreiben. Die Auswirkungen werden vor allem in Baden-Württemberg spürbar sein, wo die Homöopathie nach wie vor breite Unterstützung genießt.

Mit der Annahme des Antrags muss die Partei nun mögliche Wählerproteste abfedern und gleichzeitig die Einheit zwischen Bundes- und Landesebene wahren. Der Beschluss unterstreicht zudem die tieferen Gräben in der deutschen Politik über die Rolle alternativer Therapien im öffentlichen Gesundheitswesen.

Quelle