Vergessene DDR-Technologie könnte Wasserstoffspeicherung revolutionieren
Hellmut RudolphVergessene DDR-Technologie könnte Wasserstoffspeicherung revolutionieren
Eine längst vergessene Energiemethode aus der DDR könnte bald moderne Probleme der Wasserstoffspeicherung lösen
In den 1960er-Jahren entwickelten Forscher des Deutschen Brennstoffinstituts in der DDR ein Verfahren, das Eisenoxid nutzt, um Wasserstoff sicher in Gasnetze einzuspeisen. Jetzt bringt ein Dresdner Start-up diese alte Technologie zurück – mit dem Ziel, Kosten zu senken und den Transport zu vereinfachen.
Das ursprüngliche Verfahren funktionierte, indem Wasserstoff mit Eisenoxid zu Wasserdampf und Eisen umgewandelt wurde. Der Dampf wurde anschließend mit Wasser versetzt, wodurch erneut Wasserstoff und Eisenoxid entstanden. Dieser Kreislauf ermöglichte eine stabile Speicherung und Freisetzung von Wasserstoff – ohne die üblichen Risiken.
Jahrzehnte später stießen der Ingenieur Uwe Pahl und sein Kollege Matthias Rudloff auf alte Berichte und Laboraufzeichnungen der DDR-Forscher. Ihnen wurde klar: Die Methode könnte heutige Herausforderungen beim Transport und der Lagerung von Wasserstoff lösen – der nach wie vor teuer und gefährlich ist.
Daraufhin gründeten Pahl und Rudloff in Dresden das Unternehmen Ambartec. Ihr Ziel ist es, die DDR-Technologie an moderne Energiebedürfnisse anzupassen. Das Verfahren würde es ermöglichen, Wasserstoff in Standardcontainern zu transportieren – ohne aufwendige Genehmigungen oder hohe Infrastrukturkosten.
Das Start-up hat bereits Investoren gewonnen, darunter den deutschen Energiekonzern Wintershall Dea. In den kommenden Monaten will Ambartec das System in der Praxis vorführen – und könnte damit die Wasserstoffversorgung in Deutschland revolutionieren.
Falls erfolgreich, könnte die wiederbelebte DDR-Technologie den Wasserstofftransport sicherer und erschwinglicher machen. Die Einfachheit der Methode – mit Eisenoxid und herkömmlichen Behältern – beseitigt viele der heutigen Hürden. Die anstehenden Tests von Ambartec werden zeigen, ob der alte Ansatz den Energieanforderungen von heute gerecht wird.






