26 April 2026, 22:10

Traditionsunternehmen Wildermuth Bau schließt nach 119 Jahren für immer

Eine Gruppe von Menschen demonstriert vor einem Gebäude und hält Schilder mit der Aufschrift "Keine Wand, kein Verbot" in der Hand und trägt Mützen, mit zusätzlichen Texttafeln im Hintergrund.

Traditionsunternehmen Wildermuth Bau schließt nach 119 Jahren für immer

Wildermuth Bau: Traditionelles Bauunternehmen aus Bietigheim-Bissingen stellt nach 119 Jahren den Betrieb ein

Das langjährige Bauunternehmen Wildermuth Bau aus Bietigheim-Bissingen hat nach 119 Jahren seine Tore geschlossen. Die Schließung trifft rund 100 Mitarbeiter, die nun ihren Arbeitsplatz verlieren – viele von ihnen klagen bereits gegen ihre Entlassung.

Die Unternehmensführung kündigte die Liquidation nach monatelangen wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Baubranche an. Die Entscheidung sei schwergefallen, aber unvermeidbar gewesen, hieß es. Trotz seines guten Rufs im Hoch- und Tiefbau konnte Wildermuth Bau den Geschäftsbetrieb nicht länger aufrechterhalten.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisierte den Schritt scharf und argumentierte, das Unternehmen habe eine stabile Marktposition besessen. Zudem monierte die Gewerkschaft das Fehlen einer Mitarbeitervertretung: Während des Entscheidungsprozesses habe es keinen Betriebsrat gegeben.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Laufe des Sommers scheiterten Schlichtungsgespräche zur Beilegung der Konflikte zwischen Belegschaft und Geschäftsführung. Nun befasst sich das Arbeitsgericht Ludwigsburg mit 30 Klagen betroffener Arbeitnehmer – die Verfahren könnten sich mindestens bis März hinziehen.

Das Ende von Wildermuth Bau markiert das Aus eines Unternehmens mit fast 120-jähriger Geschichte. Während die rechtlichen Auseinandersetzungen weiterlaufen, bleibt die Zukunft der entlassenen Mitarbeiter ungewiss. Der Fall wirft zudem grundsätzliche Fragen zur Mitbestimmung der Beschäftigten bei unternehmerischen Weichenstellungen auf.

Quelle