Stuttgart 21 scheitert erneut – Bahnprojekt droht im Chaos zu versinken
Abraham HermighausenStuttgart 21 scheitert erneut – Bahnprojekt droht im Chaos zu versinken
Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet nächsten schweren Rückschlag
Die Fahrgastorganisation Pro Bahn bezeichnet die jüngste Verzögerung beim Bahnprojekt Stuttgart 21 als "Desaster" für die Deutsche Bahn. Der unterirdische Bahnhof, der ursprünglich im Dezember 2026 eröffnet werden sollte, wird nun selbst eine Teileröffnung zu diesem Termin verpassen.
Seit die Bundesregierung im Dezember 2023 die volle Kontrolle über die Deutsche Bahn übernommen hat, treibt sie eine Wende voran. Ein Investitionsplan über 45 Milliarden Euro wurde aufgelegt, und Ende 2023 startete das formelle Planfeststellungsverfahren für die Osttunnel-Anbindung (TVO). Organisatorisch setzte das Unternehmen auf neue Projektverantwortliche und eine engere Zusammenarbeit mit der Landesregierung Baden-Württembergs, um die Bauarbeiten zu beschleunigen. Bis Mitte 2025 müssen jedoch noch 695 private Einsprüche und 60 behördliche Stellungnahmen bearbeitet werden, um das Ziel einer Fertigstellung bis 2027 nicht aus den Augen zu verlieren.
Detlef Neuß, Vorsitzender von Pro Bahn, machte deutlich, dass die aktuelle Verzögerung nicht der neuen Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla anzulasten sei. Stattdessen machte er ihre Vorgänger für die anhaltenden Probleme verantwortlich. Neuß warnte, die wiederholten Rückschläge untergrüben massiv das Ansehen der Deutschen Bahn. Die Fahrgastorganisation fordert nun Konsequenzen und hofft, dass das Unternehmen für die anhaltenden Versäumnisse zur Rechenschaft gezogen wird.
Die finanziellen Folgen der Verzögerung dürften gravierend ausfallen. Die Kosten werden stark steigen, was möglicherweise dazu führt, dass andere geplante Investitionen gestrichen oder aufgeschoben werden müssen.
Das Projekt Stuttgart 21 liegt weiterhin Jahre hinter dem Zeitplan, eine Teileröffnung 2026 ist nicht in Sicht. Die Deutsche Bahn steht nun vor der Herausforderung, Hunderte von Einsprüchen zu bearbeiten und gleichzeitig einen straffen Zeitplan einzuhalten. Die Verzögerungen werden die Haushalte belasten und könnten Kürzungen bei anderen Bahnprojekten im ganzen Land erzwingen.






