Pionier der Solarenergie geht: Hans-Martin Hennings Vermächtnis für die Klimapolitik
Marliese MülichenPionier der Solarenergie geht: Hans-Martin Hennings Vermächtnis für die Klimapolitik
Abschiedsfeier in der Freiburger Konzerthalle: Hans-Martin Henning beendet seine Karriere in der Solarenergieforschung
In der Freiburger Konzerthalle fand eine Abschiedsveranstaltung zu Ehren von Hans-Martin Henning statt, der sich nach einer langen Laufbahn in der Solarenergieforschung in den Ruhestand verabschiedet. Der Physiker arbeitete über 30 Jahre am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und leitete seit 2017 gemeinsam mit Andreas Bett das größte Fraunhofer-Institut Deutschlands. Sein Ausscheiden markiert das Ende einer Karriere, die eng mit der Klimapolitik und dem Fortschritt erneuerbarer Energien verbunden war.
Henning trat dem Fraunhofer ISE Anfang der 1990er-Jahre bei und wurde 2017 dessen stellvertretender Direktor. Sein Wirken beschränkte sich jedoch nicht auf die Forschung: Bis August 2023 leitete er den Expertenrat der Bundesregierung zu Klimafragen. Bei der Abschiedsfeier betonte er die Dringlichkeit der Umsetzung des EU-Net-Zero-Industry-Acts, der 2024 in Kraft treten soll, und forderte Deutschland zu schnellem Handeln auf.
In seiner Rede skizzierte Henning sieben zentrale Handlungsfelder, um Klimaneutralität zu erreichen. Dazu gehörten die Modernisierung des Stromnetzes durch digitale Flexibilität, der beschleunigte Ausbau der Kernnetze sowie eine Reform der Strompreise, die erneuerbare Energien gegenüber fossilen Brennstoffen begünstigt. Zudem plädierte er für gezieltere Subventionen und schlug vor, einkommensstarke Haushalte weniger zu fördern, um mehr Gerechtigkeit zu schaffen.
Thekla Walker, Baden-Württembergs Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, nahm an der Veranstaltung teil und unterstrich die Bedeutung stabiler Planungsbedingungen für Klimainvestitionen. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, forderte unterdessen klare Klimaziele und mehr Wettbewerb, um die wirksamsten Lösungen zu finden.
Hennings beruflicher Werdegang fiel mit Deutschlands Erfolg zusammen, die Emissionen seit 1990 zu halbieren – und das bei einem Wirtschaftswachstum, das mit dem Großbritanniens und Dänemarks vergleichbar ist. Sein Rückzug erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sein Fachwissen für die laufenden Klimabemühungen weiterhin von zentraler Bedeutung ist.
Henning hinterlässt ein Erbe als Pionier der Solartechnologie und prägender Gestalter der Klimapolitik. Seine Vorschläge zur Netmodernisierung, Preisfreformen und zielgerichteten Subventionen bieten eine Roadmap für Deutschlands nächste Schritte. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Empfehlungen in die Tat umzusetzen, während das Land auf Klimaneutralität hinarbeitet.






