Pforzheimer Apotheken streiken am Montag für faire Vergütung
Apotheken in Pforzheim und dem Enzkreis schließen am Montag aus Protest
Am Montag, dem 20. März 2026, bleiben die Apotheken in Pforzheim und im Enzkreis geschlossen. Die von der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) organisierte Protestaktion zielt darauf ab, nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne nennenswerte Anpassungen der Vergütung faire Löhne durchzusetzen. Lediglich die Christoph-Apotheke bleibt mit einer Notbesetzung geöffnet, um die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten.
Im Mittelpunkt des Protests steht die Christoph-Apotheke in Pforzheim, wo sich die Teams der umliegenden Apotheken zu einer Kundgebung versammeln werden. Christian Kraus, einer der Hauptorganisatoren, rief die Mitarbeiter zur Teilnahme auf und bezeichnete die Aktion als Zeichen der Geschlossenheit. Fast alle Apotheken der Region haben zugesagt, zu schließen – eine Entscheidung, die intensive Überzeugungsarbeit erforderte.
Andreas Plommer, Leiter der Christoph-Apotheke, wird den Betrieb mit reduziertem Personal aufrechterhalten: fünf Mitarbeiter am Vormittag und vier am Nachmittag. Ursprünglich hatte er sich für einen vollständigen Streik auch der Notdienst-Apotheken ausgesprochen, um den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. Angesichts der deutlich höheren Kosten der Patientenversorgung in Krankenhäusern stellt der Kompromiss jedoch sicher, dass essenzielle Dienstleistungen weiterhin verfügbar bleiben.
Die letzte Erhöhung der Apothekenvergütung datiert aus dem Jahr 2013 – eine marginale Anpassung um 25 Cent, die Plommer als bedeutungslos abtut. Viele Apotheker lehnten es zudem ab, für eine Demonstration nach München zu reisen, da die sechsstündige An- und Abfahrt unpraktikabel erschien. Die lokale Kundgebung bietet stattdessen eine sichtbare, geschlossene Haltung, ohne den Notdienst bundesweit zu beeinträchtigen.
Der Protest markiert einen seltenen Moment fast vollständiger Solidarität unter den Pforzheimer Apotheken. Während der Notdienst aufrechterhalten wird, unterstreicht die Schließung nahezu aller anderen Apotheken die langjährige Frustration über stagnierende Vergütungen. Die Organisatoren hoffen nun, dass diese Demonstration der Stärke die Politik zum Handeln zwingt.






