Mannheimer Wirtschaftsforum setzt auf Dual-Use-Strategie für mehr Resilienz
Hellmut RudolphMannheimer Wirtschaftsforum setzt auf Dual-Use-Strategie für mehr Resilienz
15. Mannheimer Wirtschaftsforum: Dual-Use-Strategie im Fokus
Rund 150 Gäste versammelte das 15. Mannheimer Wirtschaftsforum am 10. November 2025 im Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die "Dual-Use-Strategie" – die Frage, wie zivile und militärische Technologien synergetisch genutzt werden können. Lokale Führungskräfte und Branchenexperten diskutierten Wege, um Deutschlands wirtschaftliche und verteidigungspolitische Widerstandsfähigkeit in einem sich wandelnden geopolitischen Umfeld zu stärken.
Eröffnet wurde das Forum mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Christian Specht, der die Wirtschaftselite aufforderte, die Stärken ihrer Unternehmen mit einer resilienzorientierten Wirtschaftsordnung in Einklang zu bringen. An seiner Seite stand die Wirtschaftsdezernentin – in bewährter Tradition luden sie damit erneut Mannheims Unternehmensvertreter ein, neue Chancen zu erkunden.
Seit 2022 hat Deutschlands Dual-Use-Strategie die Zusammenarbeit zwischen Bundesbehörden und regionalen Unternehmen intensiviert. Über den Sonderfonds "Bundeswehr und zivile Sicherheit" wurden Investitionen in dual nutzbare Technologien beschleunigt, etwa in KI-gestützte Sensoren oder modulare Drohnensysteme. Bis 2025 wurden Aufträge im Volumen von über 500 Millionen Euro vergeben, die die lokale Produktion hybrider Militär-Zivil-Systeme fördern. Dieser Schub hat zudem zu einem 15-prozentigen Beschäftigungsanstieg im Verteidigungssektor Mannheims geführt. Unternehmen wie Rheinmetall und MBDA treiben dabei im Rahmen der Hightech-Strategie 2025 gemeinsame Innovationscluster voran.
Marc Helmig, Abteilungsleiter beim Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), betonte die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs zwischen Beschaffungsbehörden und Wirtschaft. Nur durch engere Kooperation ließen sich kritische Technologien schneller entwickeln und einsetzen, so Helmig.
Gefeiert wurde beim Forum auch Innovation: Mit dem Mannheimer Existenzgründungs- und Innovationspreis (MEXI) wurden wegweisende Projekte ausgezeichnet. Den Technologiepreis erhielt Replique für seine Plattform zur bedarfsgerechten Ersatzteilfertigung. In der Kategorie Dienstleistungen setzte sich rightflow durch – mit einem KI-System, das massenhafte juristische Routineaufgaben automatisiert.
Das Forum unterstrich Mannheims Rolle als Brückenbauer zwischen Verteidigung und kommerzieller Innovation. Mit neuen Investitionen und gestärkten öffentlich-privaten Partnerschaften positioniert sich die Region als zentraler Akteur in Deutschlands Dual-Use-Strategie. Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung, wie Start-ups und etablierte Unternehmen durch Spitzentechnologien zur wirtschaftlichen Resilienz beitragen.






