14 March 2026, 16:07

Ist Sienna Rose echt oder nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon und scheint eine Ankündigung zu machen.

AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Ist Sienna Rose echt oder nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Die aufstrebende Soul-Sängerin Sienna Rose steht im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte über KI-generierte Musik. Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify stellen sich zunehmend Fragen, ob es sich bei ihr um eine echte Künstlerin oder eine künstliche Schöpfung handelt. Ermittlungen bringen sie nun mit einem Netzwerk von Produzenten in Verbindung, die auf KI-generierte Acts spezialisiert sind.

Das Rätsel um Sienna Rose vertiefte sich, nachdem die ursprüngliche rothaarige Version der Sängerin aus den sozialen Medien verschwand und nur noch ein Profil mit Afro-Frisur übrig blieb.

Erstmals Aufmerksamkeit erlangte Sienna Roses Musik, als Prominente wie Selena Gomez ihre Songs online teilten. Gomez veröffentlichte einen Track der Sängerin auf Instagram, der viral ging, bevor er angesichts von Spekulationen über die Authentizität der Künstlerin wieder gelöscht wurde. Sowohl Fans als auch Kritiker begannen, ihre Existenz infrage zu stellen, nachdem ihnen seltsame Details auffielen: das Fehlen von Live-Auftritten, kaum Aktivität in sozialen Medien und technische Störungen in ihren Musikvideos.

Internet-Detektive recherchierten weiter und verwiesen auf ihre rasche Veröffentlichung neuer Songs sowie das fast vollständige Fehlen öffentlicher Auftritte. Ihre Vermutungen führten das Investigationsteam des Bayerischen Rundfunks zu den Ursprüngen der Sängerin – der Plattenfirma Nostalgic Records und dem Produzenten Maksim Muravjov. Muravjov, bekannt für die Erschaffung KI-generierter Künstler, arbeitet laut Berichten mit dem KI-Experten Hafsteinn Runarsson zusammen. Als die Ermittlungsergebnisse bekannt wurden, verschwand die ursprüngliche rothaarige Version von Sienna Rose von allen Plattformen.

Trotz der Kontroverse bleibt die Afro-tragende Sienna Rose auf Spotify aktiv. Ihr Profil beschreibt sie als "Geschichtenerzählerin des Herzens" mit Musik, die "ziefst persönlich" sei. Hinter den Kulissen wirft das Konto jedoch wöchentlich über 2.000 Euro ab – was auf etwa eine Million Euro Jahresertrag für ihre Macher hinausläuft.

Der Fall hat die Kritik an Streaming-Plattformen neu entfacht, die von KI-generierten Inhalten profitieren. Der YouTuber Rick Beato warf Spotify vor, künstliche Musik aus finanziellen Gründen zu fördern, während Deezer angab, täglich rund 60.000 vollständig KI-erstellte Tracks zu blockieren. Als Reaktion führen Plattformen wie Apple Music nun "Transparenz-Kennzeichnungen" ein, um KI-Inhalte zu markieren. Spotify plant, den DDEX-Metadatenstandard zur Erkennung von KI-Musik zu übernehmen, und Deezer hat Systeme entwickelt, um betrügerische KI-Uploads zu blockieren – die Technologie wird sogar an Dritte lizenziert.

Der Fall Sienna Rose zeigt die Schwierigkeiten auf, in der heutigen Musikbranche zwischen menschlichen Künstlern und KI-Kreationen zu unterscheiden. Streaming-Dienste führen nun strengere Kennzeichnungs- und Erkennungsmaßnahmen ein, um das Problem anzugehen. Unterdessen generiert die Afro-tragende Version von Sienna Rose weiterhin beträchtliche Einnahmen – und hält die Debatte am Leben.

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