07 May 2026, 12:14

Herrenknecht-Chef warnt: Bürokratie in Deutschland erstickt Fortschritt und Investitionen

Altes Buch mit detaillierten Architekturplänen und Text, das eine Zeichnung des ursprünglichen Plans für die Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg zeigt.

Herrenknecht-Chef warnt: Bürokratie in Deutschland erstickt Fortschritt und Investitionen

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, warnt vor überbordender Bürokratie in Deutschland, die Fortschritt erstickt. Der Chef des weltweiten Marktführers für Tunnelvortriebsmaschinen behauptet, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen umgesetzt würden. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem sein eigenes Unternehmen bei inländischen Projekten mit Verzögerungen kämpft, während es international weiter expandiert.

Die in Schwanau im Ortenaukreis ansässige Herrenknecht AG dominiert den globalen Markt für Tunnelbohrmaschinen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter und war an bedeutenden europäischen Großprojekten beteiligt – darunter der Gotthard-Basistunnel, der Brenner-Basistunnel und das Bahnprojekt Stuttgart 21.

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Herrenknecht kritisierte die zähen Genehmigungsverfahren in Deutschland und stellte sie den deutlich schnelleren Entscheidungsprozessen im Ausland gegenüber. So steckt ein geplanter Logistik-Hub in Baden-Württemberg seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Ein vergleichbares Vorhaben in Chennai, Indien, erhielt hingegen bereits nach nur drei Monaten die notwendige Genehmigung.

Der Unternehmenschef äußerte zudem Frustration über die Forderungen junger Hochschulabsolventen. Er nannte Ansprüchen auf Sabbaticals, Homeoffice-Regelungen und verschiedene Modelle der Elternzeit als zusätzliche Belastung für den Betriebsablauf. Herrenknecht ging noch einen Schritt weiter und erklärte, er könnte sein Unternehmen unter den heutigen bürokratischen Rahmenbedingungen nicht mehr gründen. Deutschland befinde sich in einem „Dornröschen-Schlaf“, aus dem es nicht erwache, um sich den Realitäten der modernen Wirtschaft zu stellen.

Die Warnungen Herrenknechts unterstreichen die wachsende Kluft zwischen dem regulatorischen Umfeld in Deutschland und dem globalen Wettbewerb. Während sein Unternehmen weiterhin internationale Aufträge akquiriert, leiden inländische Projekte unter langwierigen Verzögerungen. Die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden verdeutlichen die Dringlichkeit von Reformen, um mit den dynamischeren Volkswirtschaften Schritt zu halten.

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