15 March 2026, 04:09

Firmen in Süddeutschland bauen selbst Wohnungen für ihre Mitarbeiter

Ein Diagramm mit verschiedenen farbigen Linien, die das Verhältnis von Wohnpreisen zum Pro-Kopf-Einkommen je Metropolregion darstellen, begleitet von erklärendem Text.

Firmen in Süddeutschland bauen selbst Wohnungen für ihre Mitarbeiter

Unternehmen in Süddeutschland gehen gegen den Wohnungsmangel vor, indem sie selbst Unterkünfte für ihre Mitarbeiter bauen. Bei einer kürzlichen Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen stellten lokale Firmen ihre Pläne vor, um den Druck auf dem Mietmarkt zu verringern. Da der Neubau von Wohnungen die Nachfrage bei Weitem nicht deckt, investieren Unternehmen nun in eigene Lösungen.

In Rangendingen wird das Medizintechnikunternehmen Erbe Elektromedizin in den nächsten 18 Monaten 14 Werkswohnungen errichten. Die neuen Wohnungen sollen Mitarbeiter des kürzlich eröffneten Produktionsstandorts unterstützen.

Das Universitätsklinikum Tübingen (UKT) steht kurz vor der Fertigstellung eines 73 Millionen Euro teuren Wohnkomplexes. Die Anlage umfasst 520 Wohneinheiten, die gleichmäßig auf Auszubildende und festangestellte Mitarbeiter aufgeteilt sind.

Auch kleinere Betriebe werden aktiv: In Römerstein hat die Bäckerei und Konditorei Becka Beck Wohnungen für ihre Beschäftigten angemietet. Dazu gehören eine Wohngemeinschaft für Auszubildende sowie zusätzliche Unterkünfte in der Nähe des Produktionsstandorts – Teil des sozialen Engagements des Unternehmens.

Ein gemeinsames Projekt im Tübinger Stadtteil Südstadt vereint elf kleine und mittlere Unternehmen, die bis Ende 2027 insgesamt 69 Wohnungen für "Berufseinsteiger" bauen. Die Gesamtinvestition für diese Initiative beträgt 12,6 Millionen Euro.

Der Bedarf an solchen Projekten ist offensichtlich: 2024 wurden in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb nur 1.886 neue Wohnungen fertiggestellt – weit entfernt vom jährlichen Bedarf von 3.000 bis 3.500 Wohneinheiten, den die IHK schätzt.

Die Unternehmen gehen den Wohnungsmangel nun direkt an, indem sie Mitarbeiterunterkünfte finanzieren. Diese Initiativen sollen nicht nur die Wohnsituation der Beschäftigten sichern, sondern auch den Druck auf den lokalen Mietmarkt verringern. Die Maßnahmen kommen zu einer Zeit, in der der traditionelle Wohnungsbau die steigende Nachfrage in der Region nicht mehr decken kann.

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