Feuerwehrmann nach umstrittenem Hymnen-Skandal von Richteramt enthoben
Jovan JohannFeuerwehrmann nach umstrittenem Hymnen-Skandal von Richteramt enthoben
Ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig ist nach dem Abspielen einer umstrittenen Version der deutschen Nationalhymne bei einer Meisterschaftsveranstaltung von seinen Richterpflichten enthoben worden. Richard Mänder, der auch Mitbegründer eines neuen Feuerwehrsportverbandes ist, behauptet, er habe die Aufnahme des Schlagersängers Heino auf YouTube gefunden und ohne politische Absicht verwendet. Der Vorfall hat seitdem sowohl Kritik als auch Solidaritätsbekundungen ausgelöst – darunter ein Unterstützungs-Konzert von Heino selbst.
Der Streit begann, als Mänder bei der Eröffnung eines Feuerwehrwettkampfs die erste Strophe des Deutschlandlieds abspielte – einen Vers mit einer umstrittenen Geschichte. Später betonte er, er habe keine rechtsextremen Tendenzen und habe lediglich Heinos Version von YouTube heruntergeladen. Trotz seiner Erklärung entband der Deutsche Feuerwehrverband ihn von allen Schiedsrichterrollen.
Heino, bekannt für seine Volks- und Schlagermusik, kritisierte Mänders Entlassung öffentlich. Sein Manager Helmut Werner argumentierte, die erste Strophe der Hymne sei nie offiziell verboten worden, und Mänder verdiene eine zweite Chance. Werner wies auch Vorwürfe zurück, Heino habe rechtspopulistische Ansichten – er verwies auf dessen frühere Forderungen nach einem Verbot der AfD und seine langjährige Unterstützung der SPD.
Als Reaktion auf die Kontroverse gab Heino ein Konzert in Bad Belzig, das rund 800 Besucher anzog. Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen zeigten sich solidarisierend, während die Menge schwarz-rot-goldene Fahnen schwenkte. Während der Zugabe skandierten einige Männer "Ostdeutschland, Ostdeutschland!", während der umstrittene Song Layla spielte. Der Deutsche Feuerwehrverband hält jedoch an seiner Entscheidung fest, Mänder von künftigen Aufgaben auszuschließen.
Mänders Pläne, über seinen neuen Sportverband jährliche Meisterschaften zu organisieren, könnten die Meinungen innerhalb der Feuerwehrgemeinschaft weiter spalten. Bisher haben sich keine politischen Parteien oder Organisationen öffentlich gegen die Verwendung der ersten Strophe des Deutschlandlieds bei offiziellen Anlässen wie dem bevorstehenden Wettbewerb in Torgau 2025 ausgesprochen.
Der Vorfall hat Mänder von offiziellen Feuerwehrveranstaltungen ausgeschlossen, trotz der öffentlichen Unterstützung durch Heino und dessen Fans. Das Solidaritätskonzert und die anhaltenden Debatten verdeutlichen die Spannungen um nationale Symbole und deren Einsatz in der Öffentlichkeit. Vorerst bleibt die Haltung des Deutschen Feuerwehrverbands unverändert, während Mänders künftige Rolle im Feuerwehrsport ungewiss bleibt.






