23 March 2026, 22:16

EU verschärft Regeln für politische Online-Werbung vor Wahlen

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EU verschärft Regeln für politische Online-Werbung vor Wahlen

Die Europäische Union verschärft die Kontrollen für politische Online-Werbung mit neuen Transparenzregeln. Die Verordnung über Transparenz und Zielgruppenansprache bei politischer Werbung (TTPR) und der Digital Services Act (DSA) verpflichten Plattformen nun, offen zu legen, wer Anzeigen finanziert, wie hoch die Ausgaben sind und welche Daten für die gezielte Ansprache genutzt werden. Ziel ist es, Manipulationen zu verhindern und fairere Wahlen zu gewährleisten.

Nach der TTPR müssen Plattformen die Geldgeber politischer Werbung, die verantwortlichen Akteure dahinter sowie die Gesamtausgaben bekannt geben. Ausländische Finanzierungen sind in den drei Monaten vor einer Wahl verboten, um externen Einfluss einzudämmen. Zudem ist die Nutzung sensibler personenbezogener Daten für gezielte Werbung nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer erlaubt.

Die Verordnung ergänzt den DSA, der seit 2024 in Kraft ist. Plattformen wie Meta und Google müssen nun innerhalb von 24 Stunden auf Nutzerbeschwerden über politische Werbung reagieren und diese innerhalb von fünf Werktagen – in komplexen Fällen bis zu zehn – bearbeiten. Fehlt bei einer Anzeige die vorgeschriebene Transparenz, können Nutzer sie melden; die Plattformen haben dann nur 48 Stunden vor einer Wahl Zeit, um zu handeln.

Trotz dieser Vorgaben wehren sich einige Tech-Konzerne. Meta und Google lehnen Teile der TTPR ab, möglicherweise um einer Prüfung ihrer nur teilweisen Umsetzung zu entgehen. Die EU-Kommission hat bisher jedoch keine Strafen verhängt und setzt in den Gesprächen – insbesondere mit den USA – auf eine abgewogene Vorgehensweise.

Ein vollständiges Verbot bezahlter politischer Werbung würde zwar gesponserte Inhalte entfernen, nicht aber organische Beiträge, die weiterhin Wähler beeinflussen könnten. Die TTPR schreibt zudem Risikobewertungen und detaillierte Werbearchive vor, um die Transparenz zu stärken, ohne die Kernfristen des DSA zu ändern.

Die neuen Regeln zwingen Plattformen, Finanzierungsquellen, Ausgaben und Zielgruppenmethoden bei politischer Werbung offenzulegen. Nutzer erhalten wirksamere Mittel, um irreführende Inhalte zu melden, während ausländische Wahlbeeinflussung strenger begrenzt wird. Die zurückhaltende Durchsetzung der EU deutet darauf hin, dass zunächst auf Verhandlungen statt auf Strafen gesetzt wird.

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