05 May 2026, 10:12

Epstein-Barr-Virus: Wie es Immunzellen zur Wanderung zwingt und Krankheiten fördert

Mikroskopische Ansicht eines Blutausstrichs, der pink und lila gef├Ąrbte Lymphozytenzellen auf einem wei├čen Hintergrund zeigt.

Epstein-Barr-Virus: Wie es Immunzellen zur Wanderung zwingt und Krankheiten fördert

Forscher haben entschlüsselt, wie das Epstein-Barr-Virus (EBV) infizierte Immunzellen dabei hilft, sich im Körper auszubreiten. Die Erkenntnisse könnten neue Ansätze liefern, um diese Wanderung zu blockieren – mit potenziellen Auswirkungen auf Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS) und bestimmte Krebsarten. Mehr als 95 Prozent der erwachsenen Deutschen tragen das Virus in sich, auch wenn die meisten nach einer Infektion keine Symptome zeigen.

EBV befällt B-Zellen, eine Untergruppe der Immunzellen, und verändert deren Verhalten, um ihre Beweglichkeit zu erhöhen. Zwei virale Proteine, EBNA2 und LMP1, steigern die Produktion entzündungsfördernder Signale wie CCL4. Dadurch verwandeln sich die infizierten Zellen in sogenannte „Homing-Zellen“, die leichter Gefäßwände durchdringen und sich im Körper verteilen können.

Das Virus steht seit Langem in Verbindung mit Krebserkrankungen wie dem Burkitt-Lymphom und Magenkrebs – es war das erste menschliche Virus, das nachweislich Tumore auslösen kann. Zudem spielt es eine Rolle bei Autoimmunerkrankungen wie MS, indem es die Immunfunktion stört. Federführend bei der Studie war ein Team des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der größten biomedizinischen Forschungseinrichtung des Landes.

Die Entdeckung eröffnet mögliche Behandlungsstrategien: Durch gezieltes Blockieren der Wanderung EBV-infizierter B-Zellen ließen sich möglicherweise autoimmune Schäden bei MS verringern oder das Fortschreiten von EBV-assoziierten Lymphomen verlangsamen.

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Die Ergebnisse liefern ein klareres Bild davon, wie sich EBV ausbreitet und zur Krankheitsentstehung beiträgt. Bestätigen weitere Tests den Ansatz beim Menschen, könnten daraus gezielte Therapien für MS und bestimmte Krebsarten entstehen. Die Forschung baut auf jahrzehntelangen Erkenntnissen auf, die EBV mit Störungen des Immunsystems und der Tumorentwicklung in Verbindung bringen.

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