16 April 2026, 22:10

Elektronische Patientenakte startet mit Pannen – Ärzte und Patienten bleiben skeptisch

Schwarz-weiß-Foto eines medizinischen Dokuments mit sauberer, lesbarer Handschrift auf altem Papier.

Elektronische Patientenakte startet mit Pannen – Ärzte und Patienten bleiben skeptisch

Deutschlands elektronische Patientenakte (ePA) startet mit erheblichen Problemen

Trotz ihres Status als größtes Digitalprojekt im Gesundheitswesen verzeichnet die elektronische Patientenakte (ePA) seit ihrem Start nur eine geringe Nutzung – sowohl bei Patient:innen als auch bei Leistungserbringern. Technische Hürden und anhaltende Kritik aus der Ärzteschaft prägen die ersten Wochen.

Seit Mittwoch sind Gesundheitsdienstleister gesetzlich verpflichtet, die ePA mit aktuellen Patientendaten zu aktualisieren. Das System soll Behandlungen effizienter gestalten und Doppeluntersuchungen vermeiden, indem es medizinische Informationen zentral zusammenführt. Dazu müssen niedergelassene Ärzt:innen, Krankenhäuser, Apotheken und Psychotherapeut:innen beitragen.

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Doch nur 7,5 Prozent der Arztpraxen und 2,4 Prozent der Kliniken können die ePA problemlos nutzen. Zwar verfügen 80 bis 90 Prozent der Praxen über die nötige technische Ausstattung, doch viele berichten von anhaltenden Schwierigkeiten. Auch Versicherte zeigen wenig Interesse: Lediglich 4,3 Prozent der Mitglieder der AOK Baden-Württemberg haben sich gegen die Nutzung entschieden – ein Zeichen für allgemeine Gleichgültigkeit.

Die Ärzteschaft übt weiterhin scharfe Kritik. Bemängelt werden vor allem Benutzerfreundlichkeit, Datensicherheit und der praktische Nutzen des Systems. Trotz der ehrgeizigen Ziele wirft der holprige Start der ePA Fragen nach ihrer unmittelbaren Wirksamkeit auf.

Die Einführung der ePA hat die Kluft zwischen politischem Anspruch und praktischer Umsetzung offenbart. Bei geringer Patient:innenbeteiligung und anhaltenden technischen Problemen hängt ihr Erfolg davon ab, diese Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Die Anbieter stehen nun vor der Aufgabe, die Funktionalität zu verbessern und gleichzeitig die Nutzer:innen vom Mehrwert des Systems zu überzeugen.

Quelle