Dresdner Christbaumschmuck: Wie vergoldete Pappe zur Kunst wurde
Abraham HermighausenDresdner Christbaumschmuck: Wie vergoldete Pappe zur Kunst wurde
Dresdner Christbaumschmuck: Filigrane Pracht aus Pappe
Dresdner Ornamente sind zarte, vergoldete Dekorationen aus geprägtem Karton. Ursprünglich eine preiswerte Alternative zu aufwendigen Metallarbeiten, begeistern diese kunstvollen Stücke heute Sammler auf der ganzen Welt. Angela Kleinediekmann stieß erstmals in einem Hamburger Museumsladen auf sie – und war schnell fasziniert von ihrer Geschichte und Handwerkskunst.
Die Verzierungen entstanden einst als erschwingliche Möglichkeit, Wohnräume ohne die Kosten von Schnitzereien aus Holz oder Metall zu schmücken. In Formen wie Federn, Sterne, Hasen oder sogar Hummer gefertigt, erlebten sie um 1900 ihren Höhepunkt. Heute sind Originale aus dieser Zeit unter Kennern hochbegehrt.
Kleinediekmanns Interesse vertiefte sich, als sie erfuhr, dass Andy Warhol ähnliche Ornamente für eine Weihnachtsbaum-Collage verwendet hatte. Zwar gibt es keine Belege, dass er sich direkt auf Dresdner Entwürfe bezog, doch seine Arbeit inspirierte sie zu eigenen Collagen. Ihre Recherche führte sie nach Sachsen, wo sie auf die letzten verbliebenen Hersteller dieser Verzierungen stieß.
Hinter einem unscheinbaren Haus verbarg sich eine Werkstatt mit historischen Maschinen, die noch immer die filigranen Muster prägten. Die Entdeckung offenbarten ein Handwerk, das fast in Vergessenheit geraten war – bewahrt von einer Handvoll hingebungsvoller Handwerker.
Kleinediekmanns Weg vom Museumsladen in eine versteckte sächsische Werkstatt zeigt die zeitlose Faszination der Dresdner Ornamente. Einst als Massenware produzierter Billigschmuck, gelten sie heute als sammelwürdige Kulturgüter. Ihre zarte Handwerkskunst inspiriert weiterhin Künstler und Sammler gleichermaßen.