Deutscher Mittelstand modernisiert ERP-Systeme – doch Zufriedenheit bleibt aus
Hellmut RudolphDeutscher Mittelstand modernisiert ERP-Systeme – doch Zufriedenheit bleibt aus
Mittelständische Industrie in Deutschland durchläuft tiefgreifenden Wandel
In den vergangenen Jahren hat sich im deutschen Maschinenbau- und Fertigungsmittelstand ein grundlegender Wandel vollzogen: Fast zwei Drittel der Unternehmen haben seit 2022 ihre veralteten ERP-Systeme ausgetauscht. Hintergrund sind wachsende Anforderungen an Leistung, Echtzeit-Datenverfügbarkeit und die nahtlose Anbindung an andere Unternehmenslösungen.
Viele Betriebe nannten anhaltende Probleme mit ihren bisherigen Systemen als Hauptgrund für den Wechsel. So klagten 48 Prozent über häufige Störungen beim Datentransfer, während 46 Prozent ihre Plattformen als technisch überholt empfanden. 39 Prozent hatten mit schlechter Bedienfreundlichkeit zu kämpfen, was den Arbeitsalltag der Mitarbeiter erschwerte. Auch mangelnde Unterstützung spielte eine Rolle: 42 Prozent zeigten sich unzufrieden mit dem Service ihres bisherigen Anbieters.
Der Wunsch nach modernen Funktionen trieb die Umstellung maßgeblich voran. Auffällig ist, dass 74 Prozent der Unternehmen heute Echtzeit-Zugriff auf Maschinendaten und andere Systeme fordern. Gleichzeitig benötigen 76 Prozent ein Dokumentenmanagementsystem (DMS), das mit dem ERP-System verzahnt ist. Bei der Auswahl eines neuen Systems legten 82 Prozent größten Wert auf die ERP-Expertise des Anbieters.
Trotz der Modernisierungen bleibt die Zufriedenheit jedoch durchwachsen: Nur 49 Prozent der befragten Firmen sind mit dem Service und Support ihres aktuellen Anbieters zufrieden. Der Hauptgrund für den Wechsel war jedoch klar: 61 Prozent gaben an, dass ihr altes ERP-System den betrieblichen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.
Der Trend zu besseren ERP-Lösungen spiegelt die wachsenden Erwartungen der Fertigungsindustrie wider. Unternehmen verlangen heute durchgängige Datenflüsse, zuverlässigen Anbieter-Support und nutzerfreundliche Plattformen. Angesichts der vielen Wechsel stehen die ERP-Hersteller unter Druck, ihre Servicequalität und Integrationsfähigkeiten deutlich zu verbessern.






