CDU-Politikerin Susanne Wetterichs Mao-Vergangenheit holt sie ein
Abraham HermighausenCDU-Politikerin Susanne Wetterichs Mao-Vergangenheit holt sie ein
Eine langjährige CDU-Politikerin steht erneut wegen ihrer früheren Verbindungen zu einer maoistischen Studentengruppe in der Kritik. Susanne Wetterich, heute 69 Jahre alt, hatte versucht, die Nennung ihres Namens in einem Gerichtsverfahren zu verhindern, zog ihren Antrag jedoch später zurück. Der Fall rückt ihre frühen politischen Aktivitäten und deren anhaltende Auswirkungen auf ihre Karriere wieder in den Fokus.
In ihrer Jugend gehörte Wetterich in den 1970er-Jahren einer maoistischen Hochschulgruppe an. Diese Mitgliedschaft führte zu Ermittlungen durch das Verfassungsschutzamt im Rahmen des Radikalenbeschlusses, einer Maßnahme, die Radikale von Beamtenstellen fernhalten sollte. Jahrzehnte später tauchte ihr Name im Zuge eines Forschungsprojekts zu diesem Erlass wieder auf und wurde später in einem Interview über mögliche Berufsverbote für AfD-Mitglieder im öffentlichen Dienst erwähnt.
Wetterich hat sich bisher öffentlich nicht zu ihrer Vergangenheit geäußert, aus Sorge, diese könnte gegen sie verwendet werden. Sie verteidigte sich mit der Aussage, sie habe Marxismus, Leninismus und Maoismus bereits Anfang der 1980er-Jahre abgelegt. In ihren eigenen Worten war sie nie eine "Bombenwerferin" und habe sich längst von extremistischen Ansichten distanziert.
Ihre politische Laufbahn ist umfangreich: Seit 25 Jahren ist sie CDU-Mitglied, saß zeitweise im Bundestag und ist derzeit Abgeordnete im Landtag. Seit 2019 leitet sie die Frauen-Union der CDU Südwest und ist Mitglied im Landesvorstand der Partei. Vor ihrer politischen Karriere arbeitete sie im Medienbereich, unter anderem beim Süddeutschen Rundfunk und als Pressesprecherin des Stuttgarter Rathauses. Seit 2002 führt sie eine eigene Kommunikationsagentur.
Nach einer vorläufigen gerichtlichen Einschätzung zog Wetterich ihren Antrag auf Unterdrückung ihres Namens zurück. Der Fall zeigt, wie frühere politische Verstrickungen selbst etablierte Persönlichkeiten einholen können. Ihre Karriere in der CDU und im öffentlichen Dienst geht zwar weiter, doch die Affäre wirft erneut ein Schlaglicht auf ein umstrittenes Kapitel ihres frühen Lebens.






