Bürgerbusse in Baden-Württemberg: Wie ein Pilotprojekt zur Lebensader wurde
Hellmut RudolphBürgerbusse in Baden-Württemberg: Wie ein Pilotprojekt zur Lebensader wurde
Baden-Württemberg feiert 2025 ein Jahrzehnt Bürgerverkehr
Was 2015 als kleines Pilotprojekt begann, hat sich mittlerweile zu einem unverzichtbaren Netzwerk von fast 300 Initiativen entwickelt. Die Bürgerbusse sichern heute grundlegende Mobilität – vor allem in ländlichen Regionen, wo das öffentliche Verkehrsangebot oft dünn ist.
Gestartet wurde das Programm 2015 mit rund 100 Bürgerbus-Projekten. Bis 2022 hatte sich ihre Zahl fast verdoppelt: 66 Kommunen betreiben inzwischen solche Dienste. Ein Vorzeigebeispiel ist Bad Krozingen, wo Deutschlands größtes ehrenamtlich organisiertes Bussystem mit zwei Fahrzeugen, drei Linien und über 100.000 Fahrgästen jährlich verkehrt.
Von Anfang an unterstützte das Land die Initiativen mit Fördergeldern und Fachberatung. 2018 kam ein Zuschuss für Verwaltungskosten hinzu, um die Arbeit der Ehrenamtlichen zu entlasten. Als die Pandemie zuschlug, sicherten Härtefallhilfen in den Jahren 2020 und 2021 den Fortbestand der Dienste – trotz Lockdowns und sinkender Fahrgastzahlen.
2023 ging die Förderung noch einen Schritt weiter: Die Mittel wurden ausgeweitet, die Antragsverfahren vereinfacht. Ein eigenes Beratungsteam, das die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) bereits 2015 eingerichtet hatte, begleitet die Ehrenamtlichen bei Planung und Betrieb. Verkehrsminister Winfried Hermann betont die gesellschaftliche Bedeutung der Bürgerbusse: Sie seien eine "Lebensader", die den Zusammenhalt in den Gemeinden stärke.
Eine aktuelle Studie unterstreicht dies: Fast jeder dritte Fahrgast könnte ohne die Busse Arzttermine, Arbeitswege oder soziale Veranstaltungen nicht wahrnehmen.
Zehn Jahre nach dem Start sind aus dem bescheidenen Experiment eine Säule der ländlichen Mobilität geworden. Mit knapp 300 Projekten schließen die Bürgerbusse Lücken im regulären Verkehrsangebot und halten tausende Menschen in Bewegung. Dank der kontinuierlichen Landesförderung bleiben sie auch künftig eine verlässliche Option.






