Bundesgerichtshof: Wie Deutschlands oberstes Gericht für Rechtseinheit sorgt
Abraham HermighausenBundesgerichtshof: Wie Deutschlands oberstes Gericht für Rechtseinheit sorgt
Deutschlands höchstes Gericht, der Bundesgerichtshof (BGH), ist seit 1950 die letzte Instanz in Zivil- und Strafsachen. Mit Sitz vor allem in Karlsruhe sorgt er dafür, dass Gesetze bundesweit einheitlich angewendet werden. Die meisten Fälle gelangen über Revisionen vor den BGH, bei denen Parteien frühere Urteile untergeordneter Gerichte anfechten.
Der BGH wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Karlsruhe eingerichtet. Die Wahl des Standorts hatte praktische Gründe: Die Stadt bot verfügbaren Wohnraum und besaß kulturelle Bedeutung. Im Gegensatz zu den Landgerichten untersteht der BGH nicht den Bundesländern, sondern dem Bundesjustizministerium.
Die Hauptaufgabe des Gerichts besteht darin, Rechtsfehler in vorherigen Verfahren zu überprüfen. Es würdigt keine Beweise neu und hört keine Zeugen an, sondern prüft, ob das Gesetz korrekt ausgelegt wurde. Dadurch trägt es zur bundesweiten Rechtseinheit bei.
Bis 2025 zählte der BGH 154 Richterinnen und Richter, die auf verschiedene Senate verteilt sind. Er gliedert sich in dreizehn Zivilsenate und sechs Strafsenate. Der Großteil hat seinen Sitz in Karlsruhe, doch zwei Strafsenate sind in Leipzig angesiedelt. Der erste Umzug nach Leipzig erfolgte 1997, als der 5. Strafsenat nach der Wiedervereinigung dorthin verlegt wurde. 2020 kam ein zweiter Strafsenat hinzu.
Die Auswahl der Richter obliegt einem besonderen Gremium, das sich aus Justizministern der Länder und vom Bundestag gewählten Vertretern zusammensetzt. Dieses Verfahren garantiert eine ausgewogene Berufungspraxis mit Erfahrung und Kontrolle.
Der BGH bleibt eine zentrale Säule des deutschen Rechtssystems und entscheidet in Revisionsverfahren, die die Auslegung und Anwendung von Gesetzen prägen. Mit seinen Standorten in Karlsruhe und Leipzig überwacht er Fälle aus dem gesamten Bundesgebiet. Seine Urteile sichern Fairness und Kontinuität in der Rechtsprechung.






