Bürger-Windrad in Freiamt versorgt mehr Haushalte als die Gemeinde braucht
Jovan JohannBürger-Windrad in Freiamt versorgt mehr Haushalte als die Gemeinde braucht
Bürger-Windrad in Freiamt versorgt mehr Haushalte als die ganze Gemeinde verbraucht
Ein von Bürgern betriebenes Windrad in Freiamt erzeugt mittlerweile mehr Strom, als die gesamte Gemeinde benötigt. Das Projekt, das von 190 Anwohnern getragen wird, hat den kleinen Ort zu einem Überschussproduzenten für Energie gemacht. Bei einem kürzlichen Besuch unter der Leitung von Rüdiger Tonojan, Mitglied des Landtages, wurden sowohl der Erfolg als auch die anhaltenden Herausforderungen beim Ausbau der Windenergie deutlich.
Die Anlage auf dem Schillingerberg erzeugt jährlich 10 Millionen Kilowattstunden Strom – genug, um etwa 3.000 Haushalte zu versorgen. Damit übersteigt die Energieproduktion Freiamts den Eigenbedarf der Gemeinde, ein Meilenstein, der durch jahrzehntelanges bürgerliches Engagement in einem seit den 1990er-Jahren bestehenden Pachtpool-Modell erreicht wurde.
Das neueste Windrad vom Typ E-138 ersetzte eine ältere Anlage, die sorgfältig demontiert und spurlos entfernt wurde. Nach dem Rückbau wurde der umliegende Wald vollständig renaturiert. Die Experten Lukas Schuwald und Erhard Schulz betonten, dass moderne Technologie heute bei gleicher Flächeninanspruchnahme deutlich höhere Energieerträge liefert.
Während der Exkursion wies Tonojan auf anhaltende Hindernisse beim Ausbau der Windenergie hin. Er kritisierte überlange Genehmigungsverfahren, überzogene regulatorische Auflagen und bürokratische Verzögerungen, die neue Projekte ausbremsen. Als Reaktion versprach er, sich im Landtag für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen, um künftige Vorhaben zu beschleunigen.
Das Freiamter Modell zeigt, wie lokale Eigeninitiative und Bürgerbeteiligung den Erfolg erneuerbarer Energien vorantreiben können. Die Anlage deckt nicht nur den Bedarf der Gemeinde, sondern speist Überschussstrom ins Netz ein. Gleichzeitig wachsen die Forderungen nach politischen Reformen, um ähnliche Projekte in der gesamten Region zu erleichtern.






