Badenova fordert radikale Beschleunigung der Energiewende vor der Landtagswahl 2026
Abraham HermighausenBadenova fordert radikale Beschleunigung der Energiewende vor der Landtagswahl 2026
Badenova drängt auf schnellere und entschlossenere Energiewende in Baden-Württemberg
Der Freiburger Energieversorger Badenova fordert mehr Tempo und klare Entscheidungen bei der Energie- und Wärmewende in Baden-Württemberg. Der Appell kommt vor den Landtagswahlen 2026 – das Unternehmen mahnt eine stärkere politische Verpflichtung an, um die Klimaziele zu erreichen.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Ausbau der Fernwärmenetze in der Region verdoppelt. Jährlich kommen mittlerweile rund 150 Kilometer neue Leitungen hinzu, angetrieben durch Landesförderungen. Zu den wichtigsten Projekten zählen die Erschließung von Stuttgart-Bad Cannstatt (20 Kilometer im Jahr 2024), das Freiburger Quartier Vauban (50 Megawatt Leistung 2023) sowie das Netz Neckar-Alb, das Tübingen und Reutlingen verbindet (Fertigstellung 2025).
Badenova sieht in der Geothermie ein großes Potenzial, insbesondere im Oberrheingraben. Doch das Unternehmen pocht auf Landesunterstützung für geologische Erkundungen, um diese Ressource nutzbar zu machen. Zudem fordert es schnellere Genehmigungsverfahren durch standardisierte Vorgaben und Digitalisierung in Behörden, um Verzögerungen und Kosten zu reduzieren.
Klare Vorgaben für den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur stehen ebenfalls auf der Agenda – inklusive Finanzierungslösungen für die regionale Verteilung. Eine bessere Abstimmung zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Netzausbau ist ein weiteres zentrales Anliegen, wobei der Fokus auf der Förderung von Windkraft in Südwestdeutschland liegt.
Um die Transformation zu finanzieren, schlägt Badenova staatlich besicherte nachrangige Darlehen vor, um die Eigenkapitalbasis kommunaler Versorger zu stärken. Das Unternehmen betont, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft und Politik entscheidend ist, um Klimaneutralität zu erreichen.
Mit seinen Vorschlägen will Badenova den Übergang Baden-Württembergs zu einer nachhaltigen Energieversorgung beschleunigen. Gefordert werden vereinfachte Regularien, zielgerichtete Fördermittel und stärkere Partnerschaften, um die Klimaziele des Landes realistisch zu machen. Ohne entschlossenes Handeln, warnt das Unternehmen, könnte der Fortschritt nach den Wahlen 2026 ins Stocken geraten.