Baden-Württemberg verbietet Messer in Bussen, Zügen und Fähren ab sofort
Jovan JohannStrobl: "Keine Socken brauchen ein Messer in der Schule" - Baden-Württemberg verbietet Messer in Bussen, Zügen und Fähren ab sofort
Baden-Württemberg führt striktes Messerverbot in allen öffentlichen Verkehrsmitteln ein
In Baden-Württemberg gilt ab sofort ein strenges Messerverbot in sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln – darunter Busse, Züge und Fähren. Innenminister Thomas Strobl verteidigte die Maßnahme als notwendigen Schritt zur Erhöhung der Sicherheit. Selbst Alltagsgegenstände wie Buttermesser oder Schweizer Taschenmesser sind an Bord nun untersagt.
Die Landesregierung beschloss die Verordnung Ende Juli. Von dem Verbot ausgenommen sind lediglich Rettungskräfte und Jäger. Strobl betonte, dass Messer zwar in Privathaushalten weiterhin erlaubt seien, eine vollständige Ächtung in privaten Räumen jedoch durch das Verfassungsrecht verhindert werde.
Hintergrund der Verschärfung ist ein Anstieg messerbezogener Gewalt im Land. 2024 stieg die Zahl der Messerangriffe in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um etwa 11 Prozent. Im Polizeibezirk Konstanz hingegen ging die Zahl der registrierten Messerdelikte 2025 auf 186 Fälle zurück – ein leichter Rückgang.
Strobl zeigte sich auch in der Frage von Messern an Schulen kompromisslos: Kein Kind brauche aus irgendeinem Grund eine Klinge, so der Minister. Als Eltern einwandten, Kinder benötigten Messer zum Obstschälen, wies er dies entschieden zurück. Seine Haltung ist Teil einer umfassenden "Null-Toleranz-Strategie", wobei er ein generelles Messerverbot in allen öffentlichen Bereichen ablehnt und stattdessen auf Verhältnismäßigkeit pocht.
Das Verbot erstreckt sich nun auf alle öffentlichen Verkehrsmittel in Baden-Württemberg, mit nur wenigen Ausnahmen. Strobl ist überzeugt, dass die Regelung dazu beitragen wird, die Messergewalt in der Region einzudämmen. Die Behörden werden die Vorschriften durchsetzen, dabei aber die verfassungsrechtlichen Grenzen für den Privatbesitz wahren.






