Baden-Württemberg gibt fast 100.000 Euro für Ministeriums-Fotos aus – Kritik an "Eitelkeitsprojekten"
Hellmut Rudolph100.000 Euro schnell für Fotos im Staatsministerium - Baden-Württemberg gibt fast 100.000 Euro für Ministeriums-Fotos aus – Kritik an "Eitelkeitsprojekten"
Das baden-württembergische Staatsministerium hat zwischen 2020 und September 2025 fast 100.000 Euro für Fotodienstleistungen ausgegeben. Kritiker halten solche Ausgaben angesichts knapper Haushaltsmittel für unnötig. Besonders stark stiegen die Kosten im Jahr 2023, als allein 32.897,11 Euro anfielen.
Während das Ministerium 2020 noch 4.360 Euro für Fotografie ausgab, kletterte diese Summe bis 2023 auf 32.897,11 Euro. Bis September 2025 wurden bereits 18.936 Euro verausgabt. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) verantwortete dabei 16.224 Euro der Ausgaben im Jahr 2025, während das von Petra Olschowski (Grüne) geführte Wissenschaftsministerium im gleichen Zeitraum nur 1.017 Euro aufwendete.
Das Ministerium begründete die steigenden Kosten mit verschobenen Veranstaltungen und Personalengpässen in der Online-Kommunikation. Die Fotos würden für Social Media, Pressemitteilungen und Informationsmaterialien genutzt, darunter auch die Dokumentation offizieller Anlässe.
Der FDP-Politiker Friedrich Haag hinterfragte die Notwendigkeit solcher Ausgaben. Er argumentierte, das Ministerium verfüge über ausreichend Personal, um Fotografie intern zu erledigen, und solle seine Prioritäten überprüfen. Haag kritisierte insbesondere sogenannte "Eitelkeitsfotos" als überflüssige Ausgabe in Zeiten knapper Kassen.
Auch bundesweit zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen bei den Ausgaben für Fotodienstleistungen. Baden-Württembergs Kultur- und Medienetat für Fotografie stieg zwischen 2020 und 2024 um etwa 8 Prozent – von 45 Millionen auf 48,6 Millionen Euro. Andere Bundesländer wiesen unterschiedliche Trends auf: Bayerns Ausgaben stiegen um 12 Prozent, Nordrhein-Westfalens um 5 Prozent, während Hessen einen Rückgang um 2 Prozent verzeichnete, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht.
Die Fotokosten des Ministeriums sind über fünf Jahre kontinuierlich gestiegen und erreichen fast 100.000 Euro. Angesichts der Forderungen nach strengeren Haushaltskontrollen wirft die Debatte grundsätzliche Fragen zur öffentlichen Ausgabenpolitik für Medien und Kommunikation auf. Die Zahlen spiegeln zudem wider, wie unterschiedlich die Bundesländer Mittel für ähnliche Dienstleistungen verteilen.






