Freiburger Umfrage zeigt: Bürgerbeteiligung stark, aber nicht überall gleich
Marliese MülichenFreiburger Umfrage zeigt: Bürgerbeteiligung stark, aber nicht überall gleich
Eine aktuelle Umfrage in Freiburg zeigt, wie sich die Bürgerinnen und Bürger in die lokale Politik einbringen. Rund 2.500 Personen äußerten sich in der Stadtstudie 2024 zu ihrem Wahlverhalten, ihrer Teilnahme an Protesten und ihren Quellen für politische Informationen. Die Ergebnisse verdeutlichen sowohl eine starke bürgerliche Teilhabe als auch Defizite im politischen Interesse bestimmter Gruppen.
Laut der Erhebung hat fast die Hälfte der Befragten bereits mindestens einmal an einer Demonstration teilgenommen – ein Zeichen für eine aktive politische Kultur in der Stadt. Gleichzeitig bleiben die Kommunalwahlen ein zentrales Instrument der Mitbestimmung: Die Wahlbeteiligung bei der Stadtratswahl 2024 blieb hoch.
Das Interesse an lokaler Politik unterscheidet sich jedoch je nach Gruppe deutlich. Schülerinnen und Schüler, jüngere Studierende sowie Menschen ohne Schulabschluss zeigten eine geringere Beteiligung. Oberbürgermeister Stefan Breiter betonte im Anschluss die Notwendigkeit einer breiteren Bürgerbeteiligung und bezeichnete diese als "unverzichtbar für eine funktionierende Demokratie".
Bei der Frage nach Parteineigungen fühlten sich fast 30 Prozent der Befragten Bündnis 90/Die Grünen am nächsten. CDU und SPD verzeichneten jeweils rund 10 Prozent überzeugte Anhänger. Auffällig war zudem, dass sich 28 Prozent der Teilnehmenden als Wechselwähler oder Nichtwähler einstuften.
Als wichtigste Informationsquelle für politische Themen nannte die Mehrheit das Internet. Allerdings fehlten im Bericht vergleichende Daten zum Mediennutzungsverhalten – etwa wie sich digitale Quellen zu traditionellen Angeboten verhalten –, da keine aktualisierten Zahlen aus früheren Stadtumfragen vorlagen.
Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer politisch engagierten Stadt, doch mit klaren Unterschieden in der Teilhabe. Während viele Bürgerinnen und Bürger bei Wahlen und Protesten präsent sind, zeigen bestimmte Bevölkerungsgruppen weniger Interesse an lokalen Angelegenheiten. Die Dominanz von Onlinenachrichten spiegelt zudem einen Wandel der Informationsgewohnheiten wider, auch wenn ältere Trends weiterhin unberücksichtigt bleiben.






