AfD in Baden-Württemberg: 20 Prozent – doch alle Parteien lehnen Koalition ab
Jovan JohannSüdwest-AfD würde CDU-Minderheitsregierung dulden - AfD in Baden-Württemberg: 20 Prozent – doch alle Parteien lehnen Koalition ab
Die Alternative für Deutschland (AfD) legt in Baden-Württemberg vor der Landtagswahl 2026 deutlich zu. Aktuelle Umfragen sehen die Partei bei rund 20 Prozent – und damit als zweitstärkste Kraft hinter der Christlich Demokratischen Union (CDU). Doch trotz des Aufschwungs zeigt sich keine andere Partei im Land bereit, eine Koalition mit ihr einzugehen.
Der Aufstieg der AfD setzt einen stetigen Trend seit der Landtagswahl 2021 fort, als sie knapp unter 10 Prozent der Stimmen holte. Bis Anfang 2026 hat sich ihre Unterstützung mehr als verdoppelt – möglicherweise eine Folge wirtschaftlicher Unzufriedenheit: Für 2025 wird das deutsche BIP-Wachstum auf nur 0,3 Prozent prognostiziert. Die Partei treibt zudem Themen wie die Einführung von ETF-basierten Rentenplänen voran, die im Januar 2026 im Bundestag debattiert wurden.
Auf einem jüngsten Parteitag in Hechingen im Zollernalbkreis umrissen die AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier und Emil Sänze Bedingungen für eine Duldung einer CDU-geführten Minderheitsregierung. Dazu zählen die Senkung der Energiepreise, verschärfte Abschieberegeln sowie die Gewinnung von Fachkräften für die öffentliche Verwaltung. Der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel lehnte jede Zusammenarbeit mit der AfD jedoch kategorisch ab – die Partei steht weiterhin unter Beobachtung des Verfassungsschutzes als extremistisch eingestuft.
Trotz ihrer umstrittenen Einordnung gibt sich die AfD als bürgerlich-konservative Alternative. Auch ohne Koalitionspartner könnte ihr wachsender Einfluss die nächste Landesregierung prägen – selbst aus der Opposition heraus.
Die Umfragewerte deuten auf ein historisches Ergebnis im März 2026 hin. Zwar bleibt die AfD von formalen Bündnissen ausgeschlossen, doch ihre Bereitschaft, eine CDU-Minderheitsregierung zu tolerieren, könnte politische Kurswechsel erzwingen. Die Forderungen der Partei in den Bereichen Energie, Migration und Verwaltung könnten somit die Zukunft Baden-Württembergs mitbestimmen.






