AfD feiert Rekord bei Landtagswahl in Baden-Württemberg trotz Skandal um Frohnmaier
Jovan JohannAfD feiert Rekord bei Landtagswahl in Baden-Württemberg trotz Skandal um Frohnmaier
Die rechtspopulistische AfD hat in Baden-Württemberg ihr bestes Ergebnis aller Zeiten erzielt und bei der Landtagswahl am Sonntag 21 Prozent der Stimmen geholt. Das bedeutet einen Zuwachs von acht Prozentpunkten gegenüber 2021 und festigt die Position der Partei als stärkste Oppositionskraft im Stuttgarter Landtag.
Der Wahlkampf wurde jedoch von einem Vetternwirtschaft-Skandal um Spitzenkandidat Markus Frohnmaier überschattet, dessen plötzliche Abwesenheit in den letzten Tagen vor der Wahl innerhalb der Partei für Frust sorgte.
Die AfD war mit der Hoffnung in den Wahlkampf gegangen, von der bundesweiten Dynamik in der diesjährigen Reihe von Wahlen zu profitieren. Stattdessen kämpfte sie wochenlang mit den Folgen der Affäre um Frohnmaier, der sich kurz vor der Abstimmung in die USA absetzte. Die Parteiführung warf ihm vor, die entscheidende Phase des Wahlkampfs schlecht managed zu haben.
Besonders stark legte die Partei bei den 35- bis 44-Jährigen zu, wo sie 23 Prozent erreichte. Auch bei Facharbeitern (34 Prozent) und in kleineren Städten (18–19 Prozent) schnitt sie besser ab als in Großstädten (12 Prozent). Elf Prozent ihrer Wähler holte die AfD von der CDU, neun Prozent von der FDP, deren jüngste Hinwendung zu einer aggressiveren Rhetorik sich offenbar als Bumerang erwies.
Das Ergebnis verdoppelt nahezu das Ergebnis von 2021 (9,7 Prozent) und übertrifft sogar den Einstand von 2016 (15,1 Prozent). Zwar bleibt die AfD in den ostdeutschen Bundesländern stärker – wie etwa in Sachsen-Anhalt, wo sie 2021 rund 27 Prozent erreichte – doch die Zugewinne im Westen deuten auf eine breitere Wählerbasis hin. Mittlerweile unterstützen 47 Prozent der AfD-Anhänger die Partei aus Überzeugung und nicht aus Protest, ein Anstieg gegenüber 42 Prozent.
Mit dem Wahlergebnis steht die AfD kurz davor, die Opposition im baden-württembergischen Landtag anzuführen. Ihr Aufstieg erfolgt trotz interner Turbulenzen und spiegelt verschobene Wählerloyalitäten wider, insbesondere bei jüngeren und arbeiternahen Bevölkerungsgruppen. Die nächste Herausforderung wird sein, diese Dynamik in künftigen Wahlen im Westen zu halten.