250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Jovan Johann250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen detaillierten Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören bekannte Persönlichkeiten wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner. Sie fordern dringende rechtliche und digitale Reformen, um Frauen besser zu schützen und Täter konsequenter zur Verantwortung zu ziehen.
Eine der zentralen Forderungen ist die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Bisher werden solche Fälle unter allgemeine Mordparagraphen gefasst, wobei "niedrige Beweggründe" auch geschlechtsspezifische Tötungen abdecken – Kritiker monieren jedoch, dass diese Regelung unklar und inkonsistent ist. Zwar haben Union und SPD Änderungen an den bestehenden Mordgesetzen vorgeschlagen, doch die Initiative besteht auf ein eigenes Delikt, um ein stärkeres rechtliches Signal zu setzen.
Der Plan zielt zudem auf digitale Gewalt ab. Gefordert wird ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die mithilfe künstlicher Intelligenz gefälschte Nacktfotos ohne Einwilligung erstellen. Darüber hinaus soll die nicht einvernehmliche Erstellung sexualisierter Deepfakes unter Strafe gestellt und ein neues Digital-Schutzgesetz eingeführt werden, das sicherstellt, dass schädliche Inhalte schnell gelöscht und Täter identifiziert werden.
Im Bereich sexualisierter Gewalt setzt sich das Bündnis für ein "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modell im Strafrecht ein. Demnach würde nur eine explizite, freiwillige Zustimmung als Einwilligung gelten – die Beweislast läge damit nicht länger bei den Opfern, die nachweisen müssen, dass sie sich gewehrt haben. Die Initiative argumentiert, dass diese Änderung Deutschland an moderne Standards anderer Länder angleichen würde.
Die Vorschläge sollen rechtliche Lücken schließen und den Schutz von Frauen in physischen wie digitalen Räumen stärken. Würden die Reformen umgesetzt, markierten sie einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie Deutschland mit geschlechtsspezifischer Gewalt umgeht – von der Strafverfolgung bis hin zu digitalem Missbrauch. Eine direkte Reaktion der Regierung auf die Forderungen steht bisher noch aus.






