Zukunft der Mobilität: Wie KI und Elektroautos die Branche revolutionieren sollen
Abraham HermighausenZukunft der Mobilität: Wie KI und Elektroautos die Branche revolutionieren sollen
Branchenführer trafen sich auf dem auto motor und sport-Kongress in Stuttgart, um über die Zukunft der Mobilität und die Rolle von KI zu diskutieren. Die am 13. und 14. Oktober im Mercedes-Benz Museum abgehaltene Veranstaltung bot Vorträge zu Elektrofahrzeugen, künstlicher Intelligenz und den Herausforderungen der Automobilbranche. Zu den Rednern zählte Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group, der seine Einschätzungen zu Elektromobilität und dem wachsenden Wettbewerbsdruck in China teilte.
Källenius eröffnete den Kongress mit einem Verweis auf die Bestrebungen der EU, den Marktanteil von Elektroautos (EVs) auszubauen, der derzeit bei 16 Prozent liegt. Er hinterfragte, ob ein vollständiger Umstieg auf 100 Prozent Elektrofahrzeuge bis 2035 realistisch sei, und bezeichnete das Ziel als "ehrgeizig". Stattdessen beschrieb er die Elektromobilität als "Hauptstraße", betonte jedoch die Notwendigkeit von Flexibilität – insbesondere angesichts der verschärften Konkurrenz in China. Seine Prognose: Von den rund 130 chinesischen Automobilmarken würden langfristig nur wenige überleben, vor allem wegen des Kostendrucks.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Rolle von KI bei der Umgestaltung der Branche. Thomas Körzdörfer, Leiter Data Analytics bei der HUK-Coburg Versicherung, erläuterte, wie KI die Telematik und die Schadensabwicklung verbessert. Andreas Geiss von Aleph Alpha und Julien Hohenstein von BMW hoben hingegen das Potenzial generativer KI hervor, Entwicklungsprozesse zu automatisieren und repetitive Arbeiten zu reduzieren.
Andere Redner thematisierten grundlegendere technologische Veränderungen. Uve Samuels, Geschäftsführer des Exponential Innovation Institute, forderte die Teilnehmer auf, eine erste KI-Agenten-Plattform für die deutsche Automobilindustrie zu schaffen. Sören Jautelat von McKinsey warnte, dass schlechte Datenqualität KI-Systeme untergraben könne, und mahnte zur Vorsicht vor übertriebenen Erwartungen an die Technologie. Der Investor Christoph Keese schlug vor, dass satellitenvernetzte Fahrzeuge softwaredefinierte Mobilitätslösungen ermöglichen und so neue Anwendungen erschließen könnten.
Trotz des Optimismus gegenüber Innovationen blieben infrastrukturelle Bedenken bestehen. Der Mangel an Ladestationen in der EU wurde als großes Hindernis für die Verbreitung von Elektroautos genannt und wirft Zweifel an der Geschwindigkeit des Wandels auf.
Der Kongress zeigte sowohl Fortschritte als auch Hürden auf dem Weg zu einer elektrischen und KI-gesteuerten Mobilität. Während Källenius und andere die Elektromobilität als dominierenden Pfad sehen, betonen sie zugleich die Notwendigkeit alternativer Lösungen und einer besseren Infrastruktur. Die Diskussionen unterstrichen, wie die Branche in den kommenden Jahren Innovationen mit praktischen Herausforderungen in Einklang bringen muss.






