Yasmin Benner fordert radikale Wende in der deutschen Industriepolitik
Marliese MülichenYasmin Benner fordert radikale Wende in der deutschen Industriepolitik
Yasmin Benner, eine prägende Figur der deutschen Industrie, fordert eine entschlossenere und zielgerichtetere Industriepolitik. Sie warnte, die Wirtschaft des Landes stagniere seit sechs Jahren – bei gleichzeitig hartem globalen Wettbewerb durch China und die USA. Ihre Äußerungen unterstrichen die Notwendigkeit klarer Investitionsprioritäten, um das künftige Wachstum zu sichern.
Benner betonte die Dringlichkeit gezielter Industriehilfen statt pauschaler Kürzungen oder undifferenzierter Ausgaben. Ein bloßes Streichen von Subventionen oder die Verteilung knapper Mittel werde die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands nicht lösen, argumentierte sie. Stattdessen plädierte sie für strategische Investitionen in Schlüsselbereiche wie grüne Stahlproduktion, Elektromobilität und wettbewerbsfähige Industrie-Strompreise.
Gleichzeitig machte sie deutlich, dass ihr Verband zwar bereit sei, mit der Bundesregierung zusammenzuarbeiten, deren Rolle aber nicht ersetzen könne. Benner lehnte neue koalitionsähnliche Gesprächsrunden ab und stellte klar: „Es ist nicht Aufgabe des Verbandes, Regierungsverantwortung zu übernehmen.“ Zugleich unterstrich sie die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Sozialpartnern, um die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu bewältigen.
In der Frage der Arbeitnehmerrechte bezog Benner eine klare Position gegen geplante Reformen der Arbeitszeitregelungen. Als Fürsprecherin der Beschäftigten, die mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, forderte sie, dass etwaige Änderungen deren Interessen schützen müssten. Angesichts der globalen Wettbewerbslage gebe es längst kein „level playing field“ mehr – umso wichtiger seien starke nationale Rahmenbedingungen.
Benners Aussagen unterstreichen den Druck auf Deutschland, seine Industriestrategie in einem umkämpften Weltmarkt zu schärfen. Zwar signalisierte sie Kooperationsbereitschaft mit der Politik, besteht aber auf klaren Prioritäten und fairen Bedingungen für Arbeitnehmer. Nun wird sich zeigen müssen, ob diese Forderungen in konkrete Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft münden.






