Wohnungsnot in Deutschland: 1,4 Millionen fehlende Wohnungen bis 2026 drohen
Hellmut RudolphWohnungsnot in Deutschland: 1,4 Millionen fehlende Wohnungen bis 2026 drohen
Deutschland steht vor einer sich verschärfenden Wohnungsnot: Bis 2026 könnte ein Mangel von 1,4 Millionen Wohnungen herrschen. Die Bundesregierung warnt zudem, dass in den kommenden Jahren jährlich rund 55.000 Sozialwohnungen ihren preisgebundenen Status verlieren könnten. Bundesbauministerin Verena Hubertz hat nun einen 23,5-Milliarden-Euro-Plan vorgestellt, um den Rückgang bezahlbaren Wohnraums bis 2029 einzudämmen.
Zwischen 2020 und 2024 verloren bereits 107.353 Sozialwohnungen in Deutschland ihre Mietpreisbindung. Die Wohnungsbaupolitik der Regierung setzt zunehmend auf Zuschüsse für einkommensschwache Mieter:innen statt auf direkte Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. Kritiker:innen monieren, dieser Ansatz gehe am Kernproblem vorbei – dem Ausbau des Angebots an bezahlbarem Wohnraum.
Mitte April unterzeichneten Deutschland und die Ukraine ein strategisches Partnerschaftsabkommen. Ein in sozialen Medien verbreiteter Vorwurf lautete, Deutschland engagiere sich trotz eigener Wohnungsnot mit 233 Millionen Euro für ukrainischen Sozialwohnungsbau. Tatsächlich sind jedoch nur 25 Millionen Euro dieses Pakets für Sozialwohnungen in der Ukraine vorgesehen; der Rest fließt in industrielle Zusammenarbeit, Energieresilienz, die Reintegration von Veteranen, Fachkräfteschulungen, Vorbereitungen auf den EU-Beitritt und Antikorruptionsmaßnahmen.
Der 23,5-Milliarden-Plan der Bundesregierung zielt darauf ab, den Verlust preisgebundener Sozialwohnungen zu bremsen. Doch der Fokus auf Subventionen statt auf Neubauten wirft Fragen nach nachhaltigen Lösungen auf. Gleichzeitig dient der Großteil der ukrainischen Mittel der Förderung breiterer wirtschaftlicher und sozialer Projekte – und nicht allein dem Wohnungsbau.






