Wie Welcome Dinner in Hamburg Geflüchtete und Einheimische verbindet
In Hamburg bringt der kleine Verein Welcome Dinner weiterhin Einheimische und Neuankömmlinge an gemeinsamen Tisch zusammen. Die Idee entstand 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingshilfe, als wöchentlich rund 120 solche Treffen stattfanden. Heute organisiert die Initiative noch etwa 20 bis 30 Abendessen pro Jahr – eine lockere Möglichkeit für Menschen unterschiedlicher Kulturen, sich auszutauschen.
Der Verein Welcome Dinner setzt auf gleichberechtigte, entspannte Begegnungen am Küchentisch. Kürzlich veranstaltete die 37-jährige Laura Trager ein „Blind Eat“-Abendessen, bei dem vier Menschen mit verschiedenen Hintergründen zusammenkamen. Die Gäste, darunter Paare wie Sevgi und Kadir, tauschten Geschichten aus und machten ein Gruppenfoto zur Erinnerung an den Abend.
Kadir, ein Elektroingenieur, floh mit seiner Familie aus der Türkei wegen politischer Verfolgung. Seit ihrer Ankunft in Deutschland suchen sie vergeblich nach einer festen Bleibe – ihr größter Wunsch ist eine eigene Wohnung. Unterdessen besuchen sowohl Sevgi als auch Kadir einen C1-Deutschkurs, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und die Integration zu erleichtern.
Der Verein informiert seine Mitglieder jeden Freitag per E-Mail-Newsletter über aktuelle Treffen. Zwar hat die Zahl der Abendessen seit 2015 abgenommen, doch die Initiative bleibt ein verlässlicher Ort für interkulturellen Austausch in der Stadt.
Das Projekt Welcome Dinner zeigt, wie einfache Begegnungen kulturelle Grenzen überwinden können. Für Familien wie die von Kadir und Sevgi bieten diese Treffen Unterstützung und Freundschaft, während sie sich durch Herausforderungen wie Wohnungsnot und Sprachbarrieren kämpfen. Die Arbeit des Vereins mag heute kleiner sein, doch sie leistet weiterhin einen Beitrag zum Zusammenhalt in Hamburg.






