Wie ein kasachisches Milchwunder in Baden-Württemberg neu erfunden wird
Abraham HermighausenWie ein kasachisches Milchwunder in Baden-Württemberg neu erfunden wird
Ein traditionelles zentralasiatisches Getränk wird nun in Süddeutschland hergestellt
In Waldbrunn-Mülben in Baden-Württemberg wird seit den 1970er-Jahren Kumys produziert – ein säuerliches, fermentiertes Getränk aus Stutenmilch. Die Familie Zollmann führt diese jahrhundertealte Tradition fort und verleiht ihr dabei eine moderne Note.
Die Geschichte des deutschen Kumys begann 1975 mit Dr. Rudolf Storch. Während seiner Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg erfuhr er von Steppennomaden von den gesundheitlichen Vorzügen von Stutenmilch. Nach dem Krieg gründete er in Deutschland die erste Kumys-Produktion.
1980 übernahm die Familie Zollmann den Betrieb. Sie erweiterte das Geschäft über das Getränk hinaus und entwickelte eine Kosmetiklinie auf Stutenmilchbasis. Ihr Gestüt in Waldbrunn-Mülben ist für seine vorbildlichen Haltungsbedingungen bekannt, wo Pferde und Mitarbeiter in Harmonie zusammenleben.
Kumys hat tiefe Wurzeln in Kasachstan, wo es bis heute ein beliebtes Getränk ist. Viele Hersteller dort verbinden traditionelle Familienrezepte mit modernen Methoden. Die Zollmanns nennen ihre Variante Kimis – leichter auszusprechen, aber mit dem ursprünglichen Geschmack.
Die Familie pflegt enge Beziehungen zu Kasachstan und schwärmt oft von der Gastfreundschaft und den Traditionen des Landes.
Heute produziert der Zollmann-Hof Kimis sowie weitere Erzeugnisse aus Stutenmilch. Ihr Ansatz verbindet artgerechte Tierhaltung mit hochwertiger Herstellung. Die wachsende Beliebtheit des Getränks in Deutschland spiegelt sowohl seine uralten Ursprünge als auch ein neues Kapitel der europäischen Esskultur wider.






