05 April 2026, 08:09

Wie die Süddeutsche Zeitung ihre Führung und Kommunikation neu erfindet

Titelseite der deutschen Zeitung "Weitpreubliche Zeitung" vom 13. November 1939, die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Wie die Süddeutsche Zeitung ihre Führung und Kommunikation neu erfindet

Die Süddeutsche Zeitung hat in den vergangenen Jahren Veränderungen in Führung und Struktur erlebt. Im Oktober 2022 übernahm Julia Christoph als erste dedizierte Kommunikationschefin eine neu geschaffene Position bei der Zeitung. Dies folgte auf eine Reihe von Umbrüchen innerhalb des Mutterkonzerns, der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH), darunter der Verkauf großer Vermögenswerte im Jahr 2022.

Die SWMH hatte 2022 ihre Regionalzeitungen in Baden-Württemberg sowie den Bereich Fachpublikationen veräußert. Der Schritt war Teil einer Umstrukturierung, wobei die Süddeutsche Zeitung und ihr Verlag jedoch weiterhin unter der Kontrolle der SWMH blieben. Martin Gritzbach, der seit April 2020 als Leiter der Unternehmenskommunikation bei der SWMH tätig gewesen war, verließ das Unternehmen kurz nach dem Verkauf.

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Schon vor diesen Veränderungen stand die Süddeutsche Zeitung vor Herausforderungen. 2021 war die ehemalige stellvertretende Chefredakteurin, Alexandra Föderl-Schmid, mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert worden. Zudem hatte die SWMH bereits 2008 die Pressestelle des Süddeutschen Verlags aufgelöst, was bis zu Christophs Amtsantritt eine Lücke in der Kommunikation hinterließ.

Julia Christoph brachte umfangreiche Erfahrung aus führenden Positionen mit. Zuvor hatte sie die Kommunikation für LinkedIn in der DACH-Region geleitet und bei den PR-Agenturen Edelman und Publicis Group gearbeitet. Ihre Einstellung unterstrich das Bestreben, die Markenpräsenz der Süddeutschen Zeitung zu stärken.

Trotz des Verkaufs der SWMH selbst im Jahr 2023 gibt es keine öffentlichen Berichte oder internen Beschlüsse, die auf eine Beeinträchtigung der redaktionellen Unabhängigkeit der Süddeutschen Zeitung hindeuten. Die Zeitung bleibt im Besitz der SWMH, während Julia Christoph nun die Kommunikation verantwortet. Der Betrieb der Redaktion ist von den jüngsten Eigentumsveränderungen unberührt, und es wurden keine Änderungen in der redaktionellen Linie verzeichnet. Die Schaffung ihrer Position markiert einen strategischen Schritt zur Pflege des öffentlichen Images der Zeitung.

Quelle