17 June 2026, 16:33

Wie die DDR 1988 heimlich Joseph Beuys ausstellte – trotz jahrelanger Ablehnung

"After Beuys" - Eine Hommage

Wie die DDR 1988 heimlich Joseph Beuys ausstellte – trotz jahrelanger Ablehnung

Die DDR richtete 1988 ihre erste und einzige Joseph-Beuys-Ausstellung aus – ein historischer Moment für die Kulturinstitutionen der DDR. Jahrelang hatte die sozialistische Kulturpolitik Beuys als „unerwünschte Person“ eingestuft.

Nach dem Tod des Künstlers 1986 begannen die Pläne für die Übernahme der Ausstellung „Beuys vor Beuys“, die ursprünglich von Nordrhein-Westfalen konzipiert worden war. Zuvor war sie bereits im Berliner Marstall und an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst zu sehen gewesen. Die künstlerische Führung der DDR erkannte, dass Beuys’ Einfluss nicht länger ignoriert werden konnte.

Von Mitte Januar bis Mitte Mai 1988 präsentierte die Schau 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten, entstanden zwischen 1946 und 1966. Doch trotz der Ausstellung wurden alle Hinweise auf Beuys als gesellschaftlich engagierten Künstler und Demokrat sorgfältig getilgt.

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Manfred Wekwerth, Präsident der Akademie der Künste, schrieb an das ZK der SED und betonte darin die Bedeutung von Beuys’ Werk. Dennoch vermied die Ausstellung jede politische oder gesellschaftliche Deutung, die mit dem Künstler verbunden war.

Die Ausstellung von 1988 bot dem DDR-Publikum eine seltene Gelegenheit, Beuys’ frühe Werke zu sehen, und spiegelte einen Wandel im Umgang mit seinem Erbe wider. Doch der Staat behielt die Kontrolle darüber, wie seine Kunst präsentiert und interpretiert wurde.

Quelle