Warum scheitern Unternehmen trotz IBP an flexiblen Lieferketten?
Eine neue Studie zeigt, dass die meisten internationalen Unternehmen integrierte Unternehmensplanung (Integrated Business Planning, IBP) als unverzichtbar für die Flexibilität ihrer Lieferketten betrachten. Die Erkenntnisse stammen aus dem IBP-Radar 2020 der Beratungsfirma Camelot, für den Fachleute aus der chemischen Industrie, der Pharmazie, der Konsumgüterbranche und dem verarbeitenden Gewerbe befragt wurden. Trotz der anerkannten Vorteile tun sich viele Unternehmen jedoch schwer damit, den Ansatz vollständig umzusetzen.
Die von Camelot Management Consultants AG durchgeführte Umfrage richtete sich an Supply-Chain- und Unternehmensplanungsexperten aus global tätigen Konzernen. Die Ergebnisse zeigen, dass 80 Prozent der Führungskräfte IBP als entscheidend für die Steigerung der Agilität in weltweiten Lieferketten erachten. Die Methode vereint Vertriebs-, Finanz- und Supply-Chain-Planung in einem operativen System und zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Doch die Umsetzung bleibt begrenzt: Über 70 Prozent der Befragten haben IBP bisher nur in grundlegenden Formen eingeführt. Ein zentrales Hindernis ist der Wechsel zu funktionsübergreifender Teamarbeit, der für viele Organisationen noch Neuland darstellt. Die Studie deckt zudem eine anhaltende Lücke auf: In etwa zwei Dritteln der Unternehmen ist die Finanzabteilung nach wie vor nicht standardmäßig in die IBP-Prozesse eingebunden.
Die Coronavirus-Pandemie hat darüber hinaus Schwachstellen in den Unternehmens-Lieferketten offenbart. Für die kommenden drei Jahre nennen die meisten Firmen Agilität und zuverlässige Lieferfähigkeit als ihre größten Herausforderungen.
Obwohl IBP weithin als Instrument zur Steigerung der Anpassungsfähigkeit von Lieferketten anerkannt ist, hinkt die praktische Umsetzung hinterher. Unternehmen sehen sich mit Hürden konfrontiert, wenn es darum geht, Abteilungsgrenzen zu überwinden und die Finanzplanung in die operativen Zyklen zu integrieren. Die Studie unterstreicht, dass eine tiefgreifendere Verzahnung notwendig ist, um künftigen Anforderungen gerecht zu werden.






