20 April 2026, 20:14

TikTok-Influencerin Anna Scherer polarisiert mit Buch "Gleichheitswahn" und AfD-Nähe

Plakat für die Berliner Secession mit einer Frau in grünem Kleid und einem Mann in schwarzem Anzug, mit Text zur Beschreibung des Ereignisses.

TikTok-Influencerin Anna Scherer polarisiert mit Buch "Gleichheitswahn" und AfD-Nähe

Anna Scherer, eine 37-jährige TikTok-Influencerin mit über 160.000 Followern, sorgt mit ihren umstrittenen Ansichten zu Rassismus, Migration und Politik für Aufsehen. Ihr Debütbuch "Gleichheitswahn" wird nun in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin beworben – und entfacht damit eine neue Debatte.

Scherer hat Aufmerksamkeit erregt durch ihre scharfe Kritik an progressiver Sprache und Politik, wobei sie sich oft mit gängigen Narrativen zu Rassismus und Integration anlegt. Sie lehnt Begriffe wie "People of Colour", "Black People of Colour" oder "Schwarz" in deutschen Diskursen ab. Ihrer Meinung nach vertiefen solche Bezeichnungen Spaltungen, statt Einheit zu fördern. Auch gegen "Safe Spaces" in Museen, die weiße Besucher ausschließen, wendet sie sich – solche Praktiken nennt sie kontraproduktiv.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch ihre Kritik bleibt nicht bei der Sprache stehen. Scherer weist die Vorstellung von Rassismus als einer "strukturellen Verschwörung der Weißen" gegen Menschen mit Migrationshintergrund zurück. Stattdessen behauptet sie, manche würden Opferrollen gezielt für persönliche Vorteile instrumentalisieren. Diese Thesen haben ihr sowohl Zustimmung als auch heftige Ablehnung eingebracht – besonders nach ihrem Auftritt in der Sendung "13 Fragen", wo sie sich gegen ein Verbot der rechtspopulistischen AfD aussprach.

Ein weiteres zentrales Thema für Scherer ist Migration. Sie warnt vor einer "außer Kontrolle geratenen" Zuwanderung, insbesondere durch Anhänger des Islam, die sie als Bedrohung für die deutsche Gesellschaft darstellt. Ebenso wenig spart sie mit Kritik an der Linken und deren Umgang mit der AfD: Progressive Kreise, so ihr Vorwurf, hätten dem politischen Diskurs massiv geschadet.

Mit ihrem unnachgiebigen Ton ist Scherer zu einer polarisierenden Figur geworden. Während die einen ihre Direktheit loben, spotten andere über ihre Positionen – vor allem nach ihrer Fernsehverteidigung der AfD. Mit "Gleichheitswahn" erreichen ihre Thesen nun ein breiteres Publikum. Ihre Ablehnung progressiver Begrifflichkeiten und ihre Warnungen vor Migration spiegeln eine wachsende konservative Gegenbewegung in Deutschland wider. Wie das Buch aufgenommen wird, könnte entscheiden, ob ihre Ansichten weiteren Zulauf erhalten – oder auf noch größeren Widerstand stoßen.

Quelle