22 March 2026, 04:10

"REspect!" wird erster zertifizierter "Vertrauenswürdiger Melder" gegen Hassrede in Deutschland

Schwarzer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die den Satz 'Es gibt keinen Platz für Hass in Amerika' zeigt, zugeschrieben Präsident Joe Biden.

"REspect!" wird erster zertifizierter "Vertrauenswürdiger Melder" gegen Hassrede in Deutschland

Im Oktober 2024 sorgte die Initiative gegen Hassrede REspect! für Schlagzeilen, als sie als erste Organisation in Deutschland den Status eines zertifizierten "Vertrauenswürdigen Melders" erhielt. Die Auszeichnung, verliehen durch die Bundesnetzagentur, würdigt Organisationen, die sich gegen rechtswidrige Online-Inhalte und schädliche Diskurse engagieren. Bis Ende des Jahres hatte keine andere deutsche Initiative diesen Status nach den strengen Richtlinien der Behörde erreicht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

REspect! wurde 2017 mit bescheidenen Mitteln gegründet und erhielt im ersten Jahr lediglich 33.300 Euro an Fördergeldern. Bis 2024 war das Jahresbudget auf 334.500 Euro angewachsen – ein Zehnfaches des ursprünglichen Betrags –, wobei der Großteil aus staatlichen Zuwendungen stammte. Allein Baden-Württemberg investierte zwischen 2017 und 2024 rund 1,3 Millionen Euro in das Projekt.

Parallel dazu stieg der Arbeitsumfang der Organisation deutlich an. Die von REspect! eingereichten Meldungen erhöhten sich von 666 im Gründungsjahr auf 32.587 im Jahr 2024. Fast zwei Drittel der Fälle des Vorjahres betrafen Verstöße gegen Paragraf 86a des Strafgesetzbuchs, der die Verwendung verbotener Symbole und Hasspropaganda unter Strafe stellt.

2025 vollzog sich ein Wandel in der Finanzstruktur der Initiative. Während die Landesförderung auslief, sicherte das Bundesfamilienministerium die weitere Arbeit von REspect!. Diese Umstellung erfolgte vor dem Hintergrund von Kritik seitens einiger Politiker, darunter der AfD-Abgeordnete Emil Sänze, der die Erkenntnisse der Initiative als "einen echten demokratischen Skandal" bezeichnete.

Stand Ende 2024 bleibt REspect! die einzige deutsche Organisation mit dem Status eines "Vertrauenswürdigen Melders" durch die Bundesnetzagentur. Die gestiegene Meldeaktivität und die rechtliche Ausrichtung der Gruppe unterstreichen ihre wachsende Rolle bei der Überwachung von Hassrede im Netz. Die Anpassungen in der Finanzierung 2025 markieren eine neue Phase des Projekts, das nun auf Bundesebene statt durch Ländermittel getragen wird.

Quelle