12 April 2026, 06:10

Rekord-CSD in Cottbus: 1.000 Menschen feiern Vielfalt trotz Brandanschlags

Große Gruppe von Menschen mit Fahnen und Transparenten vor einem Gebäude während einer Christopher Street Parade in Berlin, mit Bäumen und einem Mast im Vordergrund und Gebäuden im Hintergrund.

Rekord-CSD in Cottbus: 1.000 Menschen feiern Vielfalt trotz Brandanschlags

Cottbus feiert größten Christopher Street Day der Geschichte – doch Brandanschlag trübt die Stimmung

Am Samstag hat Cottbus den bislang größten Christopher Street Day (CSD) gefeiert: Rund 1.000 Menschen nahmen an den Veranstaltungen teil. Unter dem Motto "Vereint in Frieden und Vielfalt" stieß die Demonstration auf große Unterstützung – nicht nur aus Deutschland, sondern auch international. Doch die Feierlichkeiten wurden von einem Brandanschlag auf Regenbogenflaggen in der Nacht zuvor überschattet.

Der bunte Umzug durch die Stadt eröffnete die Feiern. Ein 20 Meter langes Pride-Flag spannte sich über die Straße, während Miss Cherry Moonshine und ein Storch in roten Hosen die Prozession anführten – letzterer verteilte dabei Kondome aus einem Korb. Die Organisator:innen hatten zudem einen Shuttle-Service eingerichtet, um Teilnehmende vor möglichen Übergriffen von Rechts zu schützen.

Redebeiträge gab es auf Ukrainisch, Russisch, Arabisch und Polnisch – ein Zeichen der internationalen Solidarität. Rund 200 Unterstützer:innen waren extra aus anderen Städten angereist, um mitzulaufen. Ihre Teilnahme sorgte dafür, dass dieser CSD der größte in der Geschichte Cottbus' wurde.

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Trotz zweier angemeldeter rechtsextremer Gegenproteste erschienen nur etwa 90 Gegner:innen. Die Stimmung blieb entschlossen: Die Teilnehmenden forderten das Land Brandenburg auf, den Etat für den Queer-Aktionsplan von 224.000 auf 500.000 Euro zu erhöhen.

Begonnen hatten die Feiern jedoch mit einem bitteren Beigeschmack: Bereits am Freitagabend waren bei einem Brandanschlag Regenbogenflaggen auf dem Gelände der Organisator:innen beschädigt worden. Die Polizei ermittelt.

Der CSD Cottbus 2025 verzeichnete damit nicht nur einen Besucherrekord, sondern auch Solidaritätsbekundungen in mehreren Sprachen und breite Unterstützung. Nun hoffen die Veranstalter:innen, dass ihre Forderung nach mehr Fördergeldern Gehör findet. Unterdessen laufen die Ermittlungen zum Brandanschlag, der die Vorbereitungen auf die Demonstration belastet hatte.

Quelle