Protest der Apotheken in Baden-Württemberg: Warum die geplante Schließung doch nicht stattfindet
Marliese MülichenProtest der Apotheken in Baden-Württemberg: Warum die geplante Schließung doch nicht stattfindet
Apotheken in Baden-Württemberg sollten am 23. März im Rahmen eines bundesweiten Protests schließen. Doch die geplante Aktion wurde überraschend abgesagt, nachdem das Sozialministerium des Landes ein Verbot erlassen hatte. Die plötzliche Kehrtwende sorgt bei einigen Apothekern für Frust, während andere den Schritt als Zeichen für Fortschritte in den Verhandlungen begrüßen.
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hatte den Protest zunächst unterstützt und zu bundesweiter Einheit aufgerufen. Doch am 17. März 2026 sagte der Landesapothekerverband (LAV) die Schließungen nach dem Eingreifen des Ministeriums ab. Die ABDA veröffentlichte später eine Stellungnahme, in der sie die Deeskalation lobte und zu weiteren Reformen in der Apothekenfinanzierung ohne zusätzliche Arbeitsniederlegungen aufrief.
Der Apothekeninhaber Daniel Hölzle kritisierte die Landesapothekerkammer (LAK) und den LAV dafür, die rechtliche Position des Ministeriums nicht angefochten zu haben. Er argumentierte, dass Apotheken auch an Feiertagen wie Ostern und Weihnachten oft zwei Tage geschlossen blieben – der Protest sei daher kein Sonderfall. Trotz der Absage wird Hölzles Tiergarten-Apotheke in Konstanz am 23. März dennoch schließen, während seine Kaufland-Apotheke in Singen mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten wird.
Die Pharmazeutisch-technische Assistentin Ariel Wagner zeigte sich verärgert über die Entscheidung des Ministeriums und fragte, warum Baden-Württemberg sich nicht an den bundesweiten Aufruf der ABDA halte. Hölzle plant zudem, mit lokalen Medien wie dem "Südkurier" zu sprechen, um auf die anhaltenden Sorgen der Apotheker in der Region aufmerksam zu machen.
Die Absage des Protests hinterlässt bei einigen Apothekern Enttäuschung, andere sehen darin jedoch einen Schritt in Richtung Dialog. Die ABDA fordert Reformen ohne weitere Streiks, doch die Spannungen wegen des ministeriellen Eingreifens bleiben bestehen. Hölzles teilweise Schließungen zeigen, dass nicht alle Apotheker bereit sind, die geplante Aktion vollständig aufzugeben.






